buchholzblog exklusiv – Aus für Prof. Otto, Stadt lädt zur Abrissparty

Veröffentlicht: 2013-04-01 in Politik

Von Kristian Stemmler

Bild Wagner

Ganz Buchholz freut sich auf ein Großereignis im Wonnemonat Mai: Die Stadt hat jetzt zu einer Abrissparty im Waldwohngebiet Sprötze-Lohbergen eingeladen. Am 22. Mai soll das Wohnhaus des Berufssängers und stadtbekannten Querulanten Prosper-Christian Otto abgerissen werden, da er die am gestrigen Ostersonntag verstrichene Frist zum Abriss tatenlos hat verstreichen lassen. „Wir laden alle Bürger von Buchholz zu diesem großen Fest ein‟, sagte Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos) dem buchholzblog, „als kleine Hommage an Herrn Otto haben wir die Abrissparty auf den 22. Mai, den 200. Geburtstag von Richard Wagner, gelegt.‟

Man freue sich, dass nach Jahren nervigen Streits vor den Gerichten nun endlich die Bagger rollen, betonte der Bürgermeister. „Herr Otto hat sich durch seine chronische Rechthaberei nur selbst immer tiefer hineingeritten und muss jetzt die Folgen tragen‟, so Geiger. Der Abriss des Wohnhauses solle als ein großes Fest gefeiert werden, „weil hier auf idealtypische Weise demonstriert wird, dass der Rechtsstaat sich nicht auf der Nase herumtanzen lässt‟. Außerdem sei es für die Bevölkerung sicherlich sehr unterhaltsam, einen notorischen Querulanten baden gehen zu sehen.

Die Stadt hat ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Los geht es um zehn Uhr mit einer kurzen Andacht. Pastor Michael Wabbel von der Paulus-Gemeinde predigt über das Jesus-Wort „Ja, seht es euch genau an! Es kommt die Zeit, in der hier kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Alles wird nur noch ein großer Trümmerhaufen sein‟ (Lukas 21). Anschließend präsentieren das extra für diesen Anlass gegründete Nordheide Abrissorchester und namhafte Solisten ein buntes Medley beliebter Opernmelodien, unter anderem die Arie „Selige Öde auf sonniger Höh!‟ aus der Wagner-Oper „Siegfried‟.

Nach einer kurzen Ansprache von Bürgermeister Wilfried Geiger machen sich dann die Abrissbagger unter den Klängen von „Time to say goodbye‟ ans Werk. An dieser Stelle sieht das Programm noch Raum für Improvisationen vor, da die Stadt fest von einer Mitwirkung von Prof. Otto ausgeht. So rechnet man damit, dass sich der Tenor an sein Haus ankettet und mit entsprechendem Werkzeug losgeeist werden muss. THW und die Buchholzer Feuerwehr haben bereits die Entsendung von Einsatzzügen zugesagt, die Polizei will mit zwei Hundertschaften vor Ort sein.

Auch befürchten die Partyorganisatoren, dass Otto selbst Wagner singen wird, um die Bauarbeiter zu vertreiben. Vorsorglich wird daher an alle Arbeiter Ohropax verteilt. Nach dem Abriss des Anwesens klingt die Party mit einem zünftigen Lagerfeuer aus, das mit den Holzteilen des Hauses bestritten wird. DJ Olli sorgt für die musikalische Umrahmung, unter anderem mit Musik von den „Einstürzenden Neubauten‟ und „Ton, Steine, Scherben‟. Als Sponsor der Abrissparty konnte übrigens die Volksbank gewonnen werden („Wir machen den Weg frei!‟).

Prosper-Christian Otto zeigte sich auf Anfrage des buchholzblogs gewohnt uneinsichtig. „Ich werde bis zum letzten Blutstropfen um mein Recht kämpfen‟, sagte er. Der Berufssänger kündigte an, nach dem Bundesverfassungsgericht jetzt auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und Amnesty International anzurufen.

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Kommentare
  1. buchholzblog sagt:

    Wollen mal sehen, was die Gerichte in diesem Fall sagen.

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  2. buchholzblog sagt:

    Danke fürs Kompliment, Olaf!

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  3. BlueBear sagt:

    April hin, April her … ich hoffe nur, der so kompromisslose Herr Geiger läßt die stadteigenen Schwarzbauten (Wiesenschulsportplatz und dortige Flutlichtanlage) genauso konsequent beseitigen … oder sind manche Tiere gleicher als andere ?

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  4. Olaf Blohm sagt:

    Ostring am Ende?
    Stromtrassenplanung durchkreuzt Ostring.

    Wie auf der Seite des Landkreises jetzt zu lesen ist, gerät die Ostringplanung durch die geplanten Stromtrassenführungen in Gefahr.
    Das Bundesumweltamt veröffentlichte jetzt erstmals die Pläne für die von der Nordsee nach Bayern und Baden-Würtemberg laufenden Energieleitungen. Eine der Trassen läuft über Dibbersen und Buchholz Richtung Süden und entspricht auf der Höhe Bendestorfer Straße bis Seppensen genau der Straßenführung der geplanten Ortsumgehung. Da Bundesrecht hier Landesrecht bricht, muss der Landkreis bei der weiteren Planung nun eine Ausweichstrecke planen. Aus der Kreisverwaltung ist zu vernehmen, dass nun erstmal die Planung und der Bau der Stromtrassen abgewartet werden soll, bevor sich weiter mit der Buchholzer Ortsumgehung beschäftigt wird.

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  5. Olaf Blohm sagt:

    Das ist doch mal ein Klasseartikel zum 1. April

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