Ostring: Rumpelstilzchen Reglitzky rastet im Wochenblatt aus!

Von Kristian Stemmler

Offenbar mutiert Arno Reglitzky allmählich vom Duracellhasen zum Rumpelstilzchen. Mit einigem Erstaunen muss der aufmerksame Beobachter der Buchholzer Politszene beobachten, wie der durchaus erfahrene und kenntnisreiche FDP-Fraktionschef im Stadtrat und Blau-Weiß-Chef zunehmend zu unkontrollierten Ausbrüchen neigt. Jetzt läuft er im Wochenblatt verbal Amok, weil die Gegner des Ostrings sich nicht devot dem Ergebnis des Bürgerentscheids unterwerfen.

„Hält Rot-Grün die Bürger für blöd?‟ fragt Reglitzky und regt sich darüber auf, dass die neue Gruppe aus SPD, Grünen und mir (parteilos) nicht bereit sei, eine „demokratisch getroffene Entscheidung‟ zu akzeptieren. Die Ostring-Gegner wollten gar den Schwung der Abstimmung für ihre schändlichen Störmanöver gegen das Vorhaben nutzen. Mit Argusaugen werde man darüber wachen, dass der Bürgerwille „nicht mit Tricks unterlaufen werde‟.

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass ausgerechnet der FDP-Zampano von Tricks redet. Wer hat denn mit einem für die Wähler schwer zu durchschauenden Trick diesen Bürgerentscheid erst ermöglicht?! Es ist am 21. Januar eben nicht über den Ostring abgestimmt worden, sondern konkret lediglich über einen Ratsbeschluss zum Thema – und zwar weil über planfestgestellte Vorhaben in Niedersachsen keine Bürgerentscheide möglich sind. Das aber hat dazu geführt, dass auf den Stimmzetteln eine total verschwurbelte Formulierung stand, die viele Wähler nicht begriffen haben.

Und wer hält denn hier die Wähler für blöd oder besser: verkauft sie für dumm? Die Initiatoren des Bürgerentscheids und ihre Sympathisanten in der Politik – also FDP und CDU – haben doch von Anfang an den Eindruck erweckt, wenn die Bevölkerung mit Ja stimme, werde der Ostring schon bald gebaut und dann würden fast paradiesische Zustände einziehen. Es ist höchst unsauber, wenn Rumpelstilzchen Reglitzky auch jetzt noch verschweigt, dass das Verwaltungsgericht Lüneburg den Planfeststellungsbeschluss zum Ostring kassiert hat, es also noch Jahre dauern wird, bevor der erste Spatenstich erfolgen kann.

Die Fraktionschefs von SPD und Grünen im Stadtrat, Wolfgang Niesler und Joachim Zinnecker, tun also lediglich ihre Pflicht, wenn sie auf diesen Umstand hinweisen. Und wenn sie die Bevölkerung darüber informieren, dass der Ostring in der bisher geplanten überdimensionierten Version nicht kommen wird, zumal die Finanzierung in keiner Weise gesichert ist. Also, Herr Reglitzky, noch mal zum Mitschreiben: Letzten Ende verantwortet der Stadtrat die politischen Entscheidungen in dieser Stadt – Bürgerentscheid hin oder her! Das müssten sie eigentlich wissen!

Übrigens scheint es beim Wochenblatt oder zumindest bei dessen eher linksliberal eingestellten Chefredakteur Reinhard Schrader durchaus angekommen zu sein, dass die Zeit der Fixierung auf das Automobil abgelaufen sein sollte. Jedenfalls hat er Arnos Ausfall auf den Fuß der Seite gestellt und die Sprechblasen von CDU-Fraktionschef Klaus Gütbauer klein und zweispaltig auf den Kopf. Groß bebilderter Aufmacher auf der Seite aber ist der Beitrag „Keine Lobby für das Rad‟.

Verdienstvollerweise weist Karsten Müller von der Buchholzer Liste in dem Stück darauf hin, dass es „momentan in Buchholz in der Verwaltungsspitze keine Lobby für den innerstädtischen Radverkehr gibt, weil in den Köpfen ein autoorientierte Verkehrspolitik dominiert‟. Müller führt das Beispiel Gelsenkirchen an. Die Stadt habe das Dienstradeln für ihre Mitarbeiter eingeführt und sei Mitglied im Netzwerk „effizient mobil‟ im Ruhrgebiet, das sich zum Ziel gesetzt hat, den innerstädtischen Kfz-Verkehr um zehn Prozent zu senken (Näheres im aktuellen Wochenblatt).

Der Kollege hat recht: Auf diesem Gebiet kann und muss Buchholz vorbildlich werden. Nicht der Bau überdimensionierter Schnellstraßen ist die Antwort auf die Verkehrsprobleme, sondern die Reduzierung des Autoverkehrs und eine intelligente Verkehrslenkung. Wer daran mitarbeiten will, ist nach wie vor willkommen bei den Runden Tischen zum Mobilitätskonzept (Mobikon) und auf der homepage http://www.buchholz-mobil.de.

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2 Comments

  1. Ich stelle hier mal die These auf, dass der Ostring nicht für weniger, sondern für wesentlich mehr Innenstadtverkehr sorgt. Warum ? Durch den Ostring entstehen neue Wohngebiete im Osten von Buchholz und auch in Holm, Holm-Seppensen und Holm. Die Bevölkerung wächst. Dadurch benötigt Buchholz neue Einkaufszentren und Ärztehäuser. Folge ? Mehr Innenstadtverkehr. Weiter entstehen, wie schon mal erwähnt, die Gewerbegebiete 5-9 im Osten. Der daraus entstehende Logistikverkehr zwischen dem Gewerbe im Osten und dem Gewerbe im Westen erfolgt .. na ? Durch die Innenstadt. Mehr Anwohner, natürlich auch mehr umweltbewusste Park & Ride-Nutzer via Bahnhof Buchholz. Und der liegt ? Natürlich in der Innenstadt. Und zu guter Letzt : da es künftig durch den Ostring, neue Gewerbegebiete keine Naherholungsgebiete rund um Buchhoz mehr gibt, führt das dann an Wochenende zu verstärktem Ausflugsverkehr aus Buchholz heraus auf den innerstädtischen Straßen. Hört sich nach Spinnerei an ? Warten wir es ab. Ich fürchte nur, dass auch die Kapazität des Ostringes durch künstlich geschaffenen Verkehr bald erschöpft ist. Brauchen wir dann einen Autobahnvollring um Buchholz herum ?

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