buchholzblog exklusiv – So geht es 2013 in Buchholz weiter!

imagesVon Kristian Stemmler

Alle Jahre wieder wird der Jahreswechsel für alle Arten von Jahresrückblicken genutzt. Aber das kann ja jeder. Viel schwieriger sind Jahresvorschauen. Der buchholzblog hat einmal tief in die Glaskugel geschaut (oder war es: zu tief ins Glas? Egal!) und präsentiert weltexklusiv, wie es im nächsten Jahr in Buchholz weitergeht. Lesen Sie selbst! 

  • Januar – Bürgermeister Wilfried Geiger (auch parteilos) präsentiert beim Jahresempfang in der Empore in einer umjubelten Rede sein Programm „Boomtown Buchholz 2020“. Nachdem er seine Großtaten des abgelaufenen Jahres herausgestrichen hat, ruft er den 500 Gästen zu: „Wir fangen gerade erst an!“ Die Stadt,werde sich binnen kurzem in die wirtschafts- und sportfreundlichste Kommune der Republik verwandeln. Geiger:„Sie werden Buchholz schon bald nicht mehr wiedererkennen!“ Am 20. Januar votieren 80 Prozent der Buchholzer für den Bau des Ostrings. Die Makler beginnen sofort mit dem Abverkauf der Grundstücke im Umfeld der geplanten Trasse.
  • Februar – An der Peripherie der Stadt wird mit dem Bau der sechs neuen Parkhäuser Nord, Ost , West, Mitte, Südwest und Nordwest begonnen, die Gewerbegebiete IV bis VI werden feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Geiger kündigt ein neues Wohnungsbauprogramm an. Alle Wohnhäuser, die vor 1990 gebaut wurden, sollen abgerissen und durch mehrgeschossige Bauten mit Eigentumswohnungen ersetzt werden. Auf Kritik im Stadtrat, das sei unsozial, reagiert der Bürgermeister ungehalten: „Wer sich die neuen Wohnungen nicht leisten kann, gehört nicht nach Buchholz.“ Zahlreiche Abriss- und Baufirmen siedeln sich in Buchholz an.
  • März – Nach der Rodung des Klecker Waldes entsteht in Rekordzeit an seiner Stelle mit Unterstützung des ADAC eine Formel-1-Strecke, die den Namen „Arno-Reglitzky-Ring“ trägt. Zur feierlichen Einweihung kommt Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel nach Buchholz und verteilt in der Fußgängerzone Gratisproben „Head & Shoulders“ an die Passanten. Sein Hauptsponsor steigt groß in die Sportförderung der Stadt ein, Buchholz wird in Redbulltown umbenannt, der Bürgermeister trägt jetzt den Titel City-Manager.
  • April – Das historische Kätnerhaus an der Lindenstraße, in dem sich bis Heiligabend 2012 die Buchhandlung „Bücherkate“ befand, wird abgerissen. Nachdem der Stadtrat bei einer Enthaltung (Pirat) für die gesamte Innenstadt die Geschosshöhe freigegeben hat, wird auf dem Grundstück mit dem Bau eines 16stöckigen Hochhauses begonnen. Auf dem Dach des „Geiger-Towers“ soll ein Huberschrauberlandeplatz entstehen, von dem der City-Manager zu seinen Vorträgen im In- und Ausland mit dem Titel „So machte ich Redbulltown zu der Boomtown in Deutschland“ starten kann. Geiger kündigt den Bau von zehn weiteren Hochhäusern im Zentrum an.
  • Mai – Der Stadtrat beschließt bei einer Enthaltung (Pirat), die Gewerbesteuer zu halbieren. Daraufhin setzt ein Run auf die Gewerbegebiete ein, der Geld in die Kasse der Kommue spült. Mit einem Teil des Geldes wird in Redbullseppensen eine Acht-Feld-Sporthalle gebaut. Die Fantastischen Vier präsentieren bei einem umjubelten Gastauftritt in der neuen Halle ihre extra komponierte Hymne „Be Bulltown, be happy“.
  • Juni – Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wird das neue, zwölf Fußballfelder große Glasdach über der Fußgängerzone eingeweiht, das ein sorgenfreies Shoppen auch bei schlechtem Wetter garantiert. City-Manager Wilfried Geiger spricht von einer „Sternstunde für Redbulltown“. Das vom Hamburger Stararchitekten Hadi Teherani entworfene geschwungene Dach kann im Sommer von Skatern und im Winter von Skifahrern als Slalomstrecke genutzt werden.
  • Juli – Mit großem Pomp wird die neue Arena auf dem Rütgersgelände eingeweiht. City-Manager Wilfried Geiger spricht von einer „Sternstunde für Redbulltown“. Bis auf einige Meckerer sind alle mit dem Stadion, das 60.000 Zuschauer fasst und Schauplatz der Ligaspiele des aufgestiegenen Redbulltown 08 ist, hoch zufrieden. Nur die Wahl des Sponsors der „Hakle-Feucht-Arena“ sorgt hier und da für Kritik.
  • August – Früher als erwartet wird die Zukunftswerkstatt eröffnet. Dank der großzügigen Unterstützung zahlreicher weiterer Sponsoren aus der Wirtschaft konnte die Grundfläche des Gebäudes verdoppelt werden. Auch das Programm wurde erweitert. Neben den MINT-Fächern, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik, werden den Schülern in Chrashkursen auch Grundlagen der Wirtschaftsordnung vermittelt, zum Beispiel: „Warum Profit gut ist“, „So spekuliert man an der Börse richtig“ und „Vom Segen des Fortschritts“. Der City-Manager spricht bei der Einweihung von einer „Sternstunde für Redbulltown“.
  • September – Mit großem Pomp wird am Holzweg der neue Tanzpalast für die Lateinamerika-Formationen von Redbulltown 08 eingeweiht. Geiger spricht von einem „Segen für Redbulltown“. Besonders stolz sei die Stadt auf den großzügigen Sanitärtrakt mit den Luxus-Wellness-Duschen, in denen gleichzeitig sämtliche Tanzformationen, drei Fußballmannschaften und zwei Handballmannschaften von 08 und von Blau-Weiß Redbulltown duschen können.
  • Oktober – Das ehrgeizige Wohnungsbauprogramm kommt gut voran. Es sind bereits zwei Drittel aller vor 1990 erbauten Gebäude abgerissen. Nach anfänglicher Gegenwehr hat sich auch die evangelische Kirchengemeinde St. Paulus mit dem Abriss ihrer Kirche einverstanden erklärt. Im Gegenzug baut der Hauptsponsor der Stadt das 52 Meter hohe Red Bull Church and Enlightenment Center mit Platz für 1200 Besucher. Pastor Michael Wabbel zeigt sich begeistert: „Jetzt holen wir die Wise Guys und nicht St. Johannis! Und am Heiligabend müssen wir nur noch einen Gottesdienst geben.“
  • November – Das Programm „Boomtown Buchholz“, das in „Boomtown Bulltown“ umbenannt wurde, hat sich als gigantischer Erfolg erwiesen. Redbulltown ist zu dem deutschen Mekka für die Wirtschaft, besonders die Bauwirtschaft, und zu der deutschen Sportstadt avanciert. Die Errichtung der drei neuen Einkaufszentren im Zentrum hat die Kaufkraft aus dem Umland und dem südlichen Hamburg abgezogen. Die Einwohnerzahl hat sich binnen kurzem verdreifacht, der Einkommensschnitt der Bewohner vervierfacht. Geiger spricht von einem „Megaerfolg“.
  • Dezember – Der neue Sponsor von Red-Bull-Town organisiert als Dank an die Bürger ein Xmas-Mega-Marathon-Event, eine Dauerparty im überdachten Zentrum vom 1. Dezember bis Heiligabend, mit dem Redbulltown ins Guiness Buch der Rekorde kommt. Die City wird rund um die Uhr mit Techno beschallt, alle Besucher werden an den Einlasspunkten gratis mit zehn Dosen Red Bull versorgt und können auf zehn Tanzbühnen abhotten. Zum Abschluss des Events blickt der neue City-Manager Olaf Scholz (SPD), den der Sponsor aus der Vorstadt von Redbulltown abwerben konnte, auf ein „einzigartiges Jahr für Redbulltown“ zurück und kündigt an: „Das ist erst der Anfang! Im nächsten Jahr drehen wir richtig auf!“
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3 Comments

  1. Genau so wie Sie es beschreiben empfinde ich die Entwicklung von Buchholz,leider…
    Ich bin in Buchholz aufgewachsen und noch relativ jung; aber die Entwicklung dieser Stadt kann man nur noch als negativ bezeichnen. Fast jede kleine Grünfläche in der Innenstadt wird der Geldgier wegen zubetoniert. Von diesem völlig überdimensionierten Konsumtempel, der eh nicht viel Interessantes enthält mal ganz zu schweigen.Buchholz vor 15,16 Jahren und heute sind nicht mehr zu vergleichen. Es ist meiner Meinung nach sehr viel Lebensqualität verloren gegangen; und sobald es geht,werde ich von hier wegziehen…Ein großer Dank an unseren “ tollen“ Bürgermeister,was er aus dieser Stadt gemacht hat ! Buchholz, die Stadt im Betonwahn; von einer Stadt im Grünen kann schon lange nicht mehr die Rede sein

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  2. Sehr schön!
    … der Autor hat die Anbindung von Red-Bull-Town an die Autobahn vergessen … die völlig verstaubten Pläne der Stuvenwaldtrasse – Verlängerung der A261 … 6 Spurig, können entstaubt nun werden! Das Projekt passt in den Rahmen und wird bestimmt mit durch gewunken.

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