Chaoskreuzung – Stadt denkt über bessere Beschilderung nach

DSC_8349Von Kristian Stemmler

Wie man ohne Not einen potenziellen Unfallschwerpunkt erzeugt, das macht die Stadt Buchholz derzeit vor. Vor zwei Wochen wurde in einer Hauruck-Aktion die Verkehrsführung an einer der zentralen Kreuzungen von Buchholz geändert, an der Kreuzung Hamburger Straße/Bendestorfer Straße/Schützenstraße. Auch wenn die Begründung für die neue Verkehrsführung einleuchtet, ist die Umsetzung bisher unbefriedigend. Ergebnis: Auf der Kreuzung gibt es jeden Tag zahlreiche Beinaheunfälle und einmal hat es auch schon gekracht. Blechschaden.

Wer auf der Bendestorfer Straße nach links in die Hamburger Straße einbiegen wollte, musste bisher die linke Spur nehmen, wer rechts abbiegen oder geradeaus fahren wollte, die rechte Spur. Jetzt ist der rechte Fahrstreifen nur noch für Rechtsabbieger, wer geradeaus auf der Schützenstraße weiterfahren will, muss sich links einordnen. „Der Grund für diese Änderung ist, dass es auf der Bendestorfer Straße oft Rückstaus durch die Rechtsabbieger gegeben hat“, sagt Lothar Reinhard von der Polizeiinspektion Harburg.

Auf der anderen Seite, auf der Schützenstraße, sei eine entsprechende Verkehrsführung bereits vor Jahren eingeführt worden, Von Ausnahmen abgesehen, werde die gut angenommen. Reinhard räumte ein, dass die Umsetzung der aktuellen Maßnahme nicht geglückt sei. Zum einen sei die Firma, die die neuen Markierungen aufgebracht hat, einfach angerückt, ohne die Behörden zu verständigen. Zum anderen sei die Beschilderung, die auf die neue Verkehrsführung aufmerksam macht, zu klein und werde kaum bemerkt. In der Höhe, in der das Schild angebracht ist, könne es wegen der Windlast aber nicht größer sein.

Zu den Beinaheunfällen, die von Reinhard eingeräumt werden, kommt es vor allem, weil viele Autofahrer, die geradeaus fahren wollen, sich – wie sie es früher getan haben – rechts einordnen, dann ihren Fehler bemerken und hektisch versuchen, nach links zu wechseln. Oder ihren Fehler gar nicht bemerken und, im Gefühl, im Recht zu sein, geradeaus fahren und mit den Autos in Konflikt kommen, die von der linken Spur in die Schützenstraße einfahren wollen.

Unter der Überschrift „Mega-Chaos an der Kreuzung“ griff Kollege Oliver Sander im Nordheide Wochenblatt mit einem geharnischten Kommentar die Sache auf, wobei er auf mangelhafte Kooperation zwischen Landkreis und Stadt verwies. Der Landkreis hat nämlich die Arbeiten an der Kreuzung, also das Aufbringen neuer Pfeile, in Auftrag gegeben, offenbar ohne große Abstimmung mit der Stadt. Tatsächlich, so räumt man beim Kreis ein, ist die Stadt relativ spät informiert worden. Man habe eine trockene Phase nutzen wollen, um die Arbeiten zu erledigen.

Die Verantwortung für die geänderte Verkehrsführung weist der Landkreis aber von sich. „Verkehrsanordnende Behörde“ sei die Stadt, sie habe die Änderung veranlasst. Der zuständige Sachbearbeiter bei der Stadt ist, wie Sprecher Heinrich Helms sagt, derzeit nicht erreichbar, weil er krank geschrieben sei. Man habe die Sache aber im Blick.

Auch Lothar Reinhard von der Polizeiinspektion Harburg bemüht sich in Abstimmung mit der Stadt weiter um eine Lösung. Derzeit werde überlegt, ob man mit einem größeren Schild und Lichteffekten, etwa einem Blinklicht, die Autofahrer aufmerksam machen könnte. Das dürfte dringend nötig sein, ehe es ein zweites Mal kracht. Lichtsignale sind sicher geeignet, die Autofahrer an dieser Stelle zu sensiblisieren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s