NEU Der Gastromonitor – Heute: Stadtcafé Bäcker Weiß

Clipboard01 Von Kristian Stemmler

Komisch, immer wenn ich das Stadtcafé der Bäckereikette Weiß am Ende der Buchholzer Fußgängerzone betrete, verspüre ich den unerwünschten Drang, den Damen hinterm Tresen etwas zu bringen. Aber ganz im Ernst: Das gespreizte Gehabe der meist jungen Verkäuferinnen – von löblichen Ausnahmen abgesehen – vermittelt zumindest mir das Gefühl, als Kunde unerwünscht oder bestenfalls geduldet zu sein. Hier liegt eine durch nichts begründete Arroganz in der Luft und vermiest die Stimmung.

Das ist schade, denn ansonsten hat das Stadtcafé einiges zu bieten, das Angebot ist breit und die Qualität von Backwerk und Heißgetränken kann sich sehen lassen. Der Kuchen ist durchaus lecker, auch die Brötchen, es gibt eine abgestufte Auswahl an Frühstücksvarianten und mittags kleine Gerichte für den gestressten Angestellten von nebenan. Auch sitzt man eigentlich ganz nett im Stadtcafé, das Ambiente ist gepflegt und ästhetisch. Allerdings finde ich die Inneneinrichtung nach dem letzten Relaunch ein wenig zu mondän, zu gewollt – aber das ist Geschmackssache!

Zu den Frühstücksvarianten gehören auch Eierspeisen wie etwa Rührei, das am Ende des Tresens vor den Augen der Kunden zubereitet wird. Das bringt zwar etwas Action, aber bindet andererseits eine Verkäuferin für geraume Zeit, so dass die Kunden hinter dem Eierbesteller oft warten müssen. Aber wer Rührei bestellt, ist ein „Premiumkunde“ und hat Anspruch darauf, dass andere seinetwegen warten müssen. Das wäre ja noch schöner!

Über die Qualität des Kaffees kann ich weitgehend Gutes sagen, wobei auch das ja eine Geschmacksfrage ist. Ich selbst trinke am liebsten Kaffee Crema und bin zufrieden damit. Allerdings habe ich in früheren Zeiten auch schon einen Filterkaffee zu mir genommen, bei dessen Konsum mir der defätistische Gedanke kam, dass man diese Flüssigkeit auch gut als Schweröl im Hamburger Hafen verkaufen könnte…

Ein Thema für sich ist die Benennung der Backwaren. Hier sind, auch in anderen Bäckereien, mehr oder weniger plumpe Anspielungen auf den Bereich der Sexualität zunehmend en vogue. „Scharfe Pute“ etwa nennt sich ein belegtes Brötchen mit Weißkrautsalat. Das können andere aber ebensogut: Bei Elmers gibt es seit längerem ein Gebäck mit Namen „Himmel im Mund“. Letzte Woche wurde das Angebot mit einem Plakat vor der Tür beworben, das den erotischen Kontext noch mal unterstreicht. Das ist meines Erachtens weder komisch noch originell!

Im Stadtcafé kann man durchaus gemütlich frühstücken oder einen Kaffee trinken. Wobei die Gemütlichkeit immer wieder durch den Lärm beschädigt wird, den die Angestellten hinterm Tresen und im Küchenbereich machen. Da wird mit Tellern geklirrt und mit Metallbehältern gescheppert, dass es eine Freude ist! Natürlich unterhalten sich die Verkäuferinnen auch ungeniert in relativ hoher Lautstärke über private Angelegenheiten.

Fazit; Alles in allem lohnt sich ein Abstecher ins Stadtcafé. Noch mehr würde er sich lohnen, wenn die Verkäuferinnen ihre „Starallüren“ ablegen und insgesamt dezenter auftreten würden.

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