Der Kommentar: Effizienter Baumschutz ist in Buchholz nicht durchsetzbar

Veröffentlicht: 2012-12-02 in Kommentare, Lokales, Politik
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Kristian Stemmler

Wie provinziell und bürgerlich Buchholz ist, zeigt die Diskussion um eine neue Baumschutzsatzung, die mein Ratskollege Jan Bock (für die Grünen im Stadtrat) mit seiner Initiative ausgelöst hat. Obwohl die vorgeschlagenen Änderungen für mein Empfinden keineswegs revolutionär, sondern im Großen und Ganzen recht moderat sind, erhob sich in Politik und Medien ein Geheule, als sollten die Grundeigentümer der Stadt enteignet werden. Voran das Nordheide Wochenblatt, das sich auch hier zum Sprachrohr des Bürgertums und der Besitzenden machte.

Von Anfang an wurden, auch in der Gruppe von SPD/Grüne/LINKE, die Bemühungen um einen neuen Baumschutz hintertrieben und Bocks Antrag systematisch aufgeweicht. Alle fünf Ortsräte sperrten sich gegen die neue Satzung, und vor kurzem knickte auch der Umweltausschuss des Stadtrates ein und empfahl dem Rat, die alte Satzung unverändert beizubehalten, allerdings denkbar knapp mit fünf gegen vier Stimmen. Die Buchholzer Liste erwies sich erneut als wankelmütig und distanzierte sich vom Ursprungsantrag. Man halte den Baumschutz zwar für wichtig, so Fraktionschef Peter Eckhoff, mit den Neuregelungen sei man aber übers Ziel hinausgeschossen.

Eine Entscheidung des Rates wird es erst im neuen Jahr geben. Aber es ist angesichts der aktuellen Diskussion davon auszugehen, dass die Satzung entweder gar nicht oder höchstens ganz moderat verändert wird, damit man auch wirklich niemandem weh tut. Das wäre ein Armutszeugnis für Buchholz und würde wieder einmal demonstrieren, dass die Interessen der Grundeigentümer über die der Allgemeinheit und über ökologische Erwägungen gestellt werden.

Denn das ist der eigentliche Hintergrund: Die Grundeigentümer wollen sich nicht reinreden lassen, frei nach dem Motto „Das sind meine Bäume, mit denen mache ich, was ich für richtig halte!“. Genau dieses Prinzip des Eigennutzes sorgt dafür, dass unsere Gesellschaft vor die Hunde geht. Das Thema Baumschutz in Buchholz ist nur ein kleines, aber typisches Exempel für diese Entwicklung.

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Kommentare
  1. schnklr sagt:

    „Die Buchholzer Liste erwies sich erneut als wankelmütig“. Wankelmut setzt voraus, dass man zunächst eine Position vertritt und dann eine andere. Wo genau soll das bei der Buchholzer Liste passiert sein? Das ist doch kompletter Unsinn. Ich bin kein Grundeigentümer und bin weit davon entfernt, dass ich die Interessen der Grundeigentümer bevorzugt sehen möchte. Grundsätzlich alle Nadelbäume unter besonderen Schutz stellen zu wollen, das ist einfach weit über das Ziel hinausgeschossen. Und das ist dann keine Weltverschwörung der bösen Kapitalisten, sondern einfach politisch vernünftig. Wenn die Buchholzer eine ökoradikale Baumschutzsatzung wollen, dann können sie das ja bei der nächsten Wahl mit ihrer Stimme für die entsprechenden Parteien unterstützen. Wir werden sehen.

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