Lärmterror – Bahn bearbeitet Gleise mitten in der Nacht

Von Kristian Stemmler

Werden Arbeiten an den Bahnstrecken auf Buchholzer Stadtgebiet, die erhebliche Lärmemissionen mit sich bringen, ohne jede Rechtsgrundlage mitten in der Nacht ausgeführt? In der Nacht von Montag auf Dienstag arbeitete ein Trupp Gleisarbeiter – offenbar zum wiederholten Male – weit nach Mitternacht an einem innenstadtnahen Abschnitt der Gleise und zwar diesmal direkt unter der Canteleubrücke. Dabei wurde die Gleise mit großen Hämmern bearbeitet, Maschinen wie Fräsen eingesetzt, der Lärm war nach Norden hin bis bis zum Marktplatz zu hören, beschallte also eine relativ große Fläche, in der Hunderte Buchholzer ihre Wohnungen haben.

Auf dem Rückweg von einer Veranstaltung war mir der Lärm gegen ein Uhr aufgefallen. Wegen der besonderen akustischen Verhältnisse auf dem Marktplatz konnte ich ihn zunächst nicht orten, fand dann aber schnell heraus, dass der Lärm aus Richtung Bahngleise kam. Unter der Canteleubrücke war etwa ein Dutzend Gleisarbeiter mit der Aufarbeitung der Weichen und Gleise beschäftigt. Auf meine Nachfrage, erklärte mir der Einsatzleiter, diese Arbeiten würden des öfteren um diese Zeit ausgeführt, weil tagsüber zu viele Güterzüge auf der Strecke verkehrten. Auf welcher Rechtsgrundlage die Arbeiten um diese Uhrzeit ausgeführt werden, konnte er mit nicht beantworten.

Ein Anruf auf dem Buchholzer Polizeirevier ergab auch keine erschöpfende Klärung. Der Beamte, der die Anfrage offenbar eher kabarettistisch verstand, verwies darauf, dass Buchholz eine Eisenbahnerstadt sei und ich schließlich auch auf sicheren Gleisen mit dem Metronom nach Hamburg fahren wolle – auf welcher Rechtsgrundlage ein Großteil der Stadt von eins bis halb drei mit Lärm überzogen wird, konnte er auch nicht sagen.

Auf meinen Hinweis, dass die Polizei in Buchholz für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zuständig ist, wozu sicher auch schützenswerte Rechte der arbeitenden Bevölkerung in der Nacht gehören, wurde nicht näher eingegangen. Es bliebe der Eindruck, dass die Lärmemissionen geduldet werden, es aber im Grunde keine Rechtsgrundlage gibt. Ich werde der Sache weiter nachgehen und im blog Bericht erstatten.

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