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Archive for November 2012

Von Kristian Stemmler

Die Stadt Buchholz in der Nordheide ist weiterhin Mitglied im obersten deutschen Klub der Autofetischisten, im ADAC. Mein Antrag vom April, aus dem Automobilclub auszutreten, um zum Start der Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes ein Signal zu geben, dass die Stadt die Fokussierung auf den Autoverkehr überwinden will, ist am Dienstagabend im Stadtrat durchgefallen – allerdings denkbar knapp. 19 Ratsabgeordnete stimmten gegen den Antrag, 18 dafür.

Wie die „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ melden, wies Joachim Zinnecker, Fraktionschef der Grünen, darauf hin, dass der städtische Fuhrpark aus neuen Fahrzeugen bestehe, die innerorts unterwegs seien und für die die Autohersteller Mobiliätsgarantie geben würden. Da sei die Pannenhilfe des ADAC nicht erforderlich. FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky, selbst jahrelang ADAC-Funktionär, erklärte, der Verein leiste weit mehr als Pannenservice, von der Verkehrserziehung bis zum Einsatz von Rettungshubschraubern.

Damit hat der Stadtrat die Chance verpasst, ein klares Zeichen zu setzen. Ein Zeichen dafür, dass man wirklich gewillt ist, dem Anschwellen des motorisierten Verkehrs mit modernen Konzepten zu begegnen. Ein Zeichen dafür, dass man die Fokussierung auf das Thema Ostring aufgibt und an nachhaltigen und modernen Konzepten zur Lösung der Verkehrsprobleme arbeitet, Schade!

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Die Ermittlungen gegen den Buchholzer Ratsherren Kristian Stemmler (parteilos) sind eingestellt worden. Wie berichtet, hatte sich Stemmler am 29. Oktober selbst angezeigt, nachdem der niedersächsische Landesverband die Partei DIE LINKE ihn ausgeschlossen hatte. Mit Schreiben vom 20. November teilte die Staatsanwaltschaft Lüneburg Stemmler mit, dass das Ermittlungsverfahren wegen des Tatvorwurfs des „vermeintlichen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen“ gemäß § 170 Absatz II der Strafprozessordnung eingestellt worden ist.

In dem Paragraphen heißt es:„Bieten die Ermittlungen genügenden Anlass zur Erhebung der öffentlichen Klage, so erhebt die Staatsanwaltschaft sie durch Einreichung einer Anklageschrift bei dem zuständigen Gericht. Andernfalls stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein.“

Auch im zweiten Fall sah die Staatsanwaltschaft Lüneburg offenbar nicht genug Anhaltspunkte für die Erhebung der öffentlichen Klage. Wie sie dem buchholzblog mitteilte, wurde der Betroffenen am 22. November ein Einstellungsbescheid übersandt. Sie hat jetzt vier Wochen Zeit, beim Generalstaatsanwalt in Celle Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen. Sollte sie von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen, wären gegen Ende des Jahres beide Verfahren eingestellt.

Dieser Vorgang hat für Buchholz politische Relevanz, weil Stemmler auf Bitten der SPD sein Mandat im Stadtrat so lange ruhen lässt, bis die Ermittlungen gegen ihn abgeschlossen sind. Die Mehrheiten im Rat sind denkbar knapp. Sollte kein Widerspruch in Celle eingehen, würde Stemmlers Mandat im neuen Jahr wieder aufleben. Anfang der Woche hatte der Ratsherr die Gruppe mit der SPD und den Grünen verlassen, um die Gruppenarbeit nicht durch den Vorgang zu belasten und in Ruhe den eigenen politischen Standort zu überdenken.

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Von Kristian Stemmler

In die Diskussion um die sonntäglichen Öffnungen von Einzelhandels- und Lebensmittelgeschäften in Buchholz, die von einer Anfrage des SPD-Ratsherrn Piwecki angestoßen wurde, hat sich jetzt auch die Edeka Handelsgesellschaft Nord eingeschaltet. Auf Nachfrage des buchholzblog erklärte Marion Grundmann, Assistentin der Geschäftsführung Unternehmenskommunikation, dass die Ladenöffnungszeiten „grundsätzlich in die Zuständigkeit und damit auch in die Verantwortlichkeit unserer selbstständigen Edeka-Kaufleute fallen“.

Zu der Frage, ob es nicht dem Image der Edeka-Gruppe abträglich ist, wenn Edeka-Geschäfte (Schreiber in Sprötze und Lorenz in Holm-Seppensen) sonntags offensichtlich ohne rechtliche Grundlage ihre Läden öffnen, wollte Grundmann keine Stellung beziehen. Wie berichtet, hatte die Verwaltung in der Antwort auf Piweckis Anfrage erklärt, dass Läden, die Waren des täglichen Bedarfs verkaufen, sonntags geöffnet sein dürfen, aber nur wenn die Verkaufsfläche kleiner ist als 800 Quadratmeter und die Öffnung die Gottesdienstzeiten nicht berührt. Beides ist in den betreffenden Geschäften nicht der Fall.

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Rückschlag für Rothkötter und Co: In Meppen sind drei Hühnermastställe niedergebrannt, die Ermittler gehen von Brandstiftung aus, wie die „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ in ihrer heutigen Ausgabe berichten. Bei dem Brand am vergangenen Donnerstag war ein Millionenschaden entstanden, Tiere kamen nicht zu Schaden. Das Meppen liegt im Emsland, einem Gebiet mit einer starken Massierung von Geflügelmastställen, die die Schlachthöfe von Konzernen wie Rothkötter und Wiesenhof versorgen.

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Die Bundesfamilienministerin warnt: Die Advents- und Weihnachtszeit steht vor der Tür. Ziehen Sie sich warm an und betreten Sie innerstädtische Areale nur mit EC-Karte und/oder Kreditkarte Mit dem Auftreten folgender Symptome ist zu rechnen: Konsumrausch. Schnäppchenfuror, Glühweindemenz. Spekulatiusüberdruss, Schokoschock, Lamettawahn, Harmoniesucht, Fichtennadelallergien, erhöhte Reizbarkeit, Darmverschlingung, Vanillekipferlkolik, Stille-Nacht-Depression, Geschenkephobie. Gänsebratengastritis, Brieftaschenmagersucht.

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Neuestes Gerücht aus der Neuen Straße: Das 1905 gebaute Haus, in dem sich das Geschäft „Madness“ befindet, soll noch im Frühjahr abgerissen werden. An seiner Stelle solle ein mehrgeschossiges Ärztehaus errichtet werden. Die Stadt war am heutigen Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen,

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Von Kristian Stemmler

Das ist ein Erfolg für die Diskussionskultur in Buchholz! Wie das Nordheide Wochenblatt in seiner Ausgabe vom Sonnabend schreibt, hat der Verwaltungsausschuss der Stadt eine Satzungsänderung auf den Weg gebracht, die politische Veranstaltungen in öffentlichen Räumen (z. B. Bücherei und JUZ) ermöglicht, allerdings keine parteipolitischen. Damit ist es jetzt möglich, dass etwa Greenpeace in der Rathauskantine über Fracking informiert, Amnesty International in der Stadtbücherei über die Lage der politischen Gefangenen in Weißrussland oder der Kinderschutzbund im JUZ eine Diskussion über die Auswirkungen des Internets auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen veranstaltet.

Hintergrund des Beschlusses: Im Dezember 2011 hatte es einen heftigen Streit zwischen der Friedensgruppe Nordheide und der Stadt um die Nutzung öffentlicher Räume gegeben. Die Verwaltung hatte der Bitte der Gruppe, in der Bücherei eine Veranstaltung zum Thema „Frauen und Rechtsextremismus“ anzubieten, abgelehnt. Begründung damals: Wenn man diese Veranstaltung erlaube, müsse man aus rechtlichen Gründen auch einem eventuellen Antrag der Rechten auf Nutzung öffentlicher Räume stattgeben.

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Von Kristian Stemmler

Von Rechts wegen müsste die Buchholz Galerie stante pede die Schließung gegen sich selbst verfügen. Das neue Einkaufszentrum am Marktplatz von Buchholz verstößt nämlich laufend gegen die eigene Hausordnung. Unter Punkt 3 dieser Hausordnung, die auf den Eingangstüren aufgeklebt ist, heißt es nämlich unmissverständlich: „Jeglicher unnötiger Aufenthalt sowie das Anpreisen von Dienstleistungen und Waren ist nicht gestattet.“ Und jetzt kommst Du! Was machen denn die ganzen Läden in der Galerie den lieben langen Tag,, sie preisen Dienstleistungen und Waren an. Und dann erscheint mir der Aufenthalt in dem Center auch generell meistens ziemlich unnötig, es sei denn man isst eine Lasagne beim Italiener oder guckt bei einem Pott Kaffee von Allwörden aus dem Treiben zu.Aber nicht nur, weil ihr Aufenthalt ziemlich unnötig ist, müsste ein Großteil der Konsumenten des Centers verwiesen werden. Auch Punkt 4 spricht eine deutliche Sprache: Danach ist neben Musik, Betteln und Hausieren auch „Selbstdarstellung“ verboten. Ich würde sagen – wenn das so ist, müsste die Security mindestens die Hälfte der Leute in der Galerie rauswerfen!

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Von Kristian Stemmler

Event, Event, ein Lichtlein brennt! In der Buchholzer Fußgängerzone und vor dem Rathaus ist bereits die Adventszeit ausgebrochen. An den Laternen wurden die obligatorischen beleuchteten Tannenbäume angebracht und auf dem Marktplatz vor dem Emporeteich sowie vor dem Rathaus wurden zwei große Tannen installiert. Und das mitten in der stillen Woche, knapp zwei Wochen vor Beginn der Adventszeit! Hier zeigen sich die Folgen einer kompletten Unkenntnis des Kirchenjahres, vor allem eines völligen Desinteresse an dessen weiser innerer Logik und seines symbolischen Gehalts.

Das Kirchenjahr hat seine eigenen Feste und seinen eigenen Ablauf und ist damit unabhängig vom weltlichen Kalenderjahr. Man spricht von der ersten Hälfte mit den großen Festen von Advent bis Trinitatis, wobei Ostern das bedeutendste Hochfest des Kirchenjahres ist. Danach folgen noch Himmelfahrt, Pfingsten und eine Woche später das schwer verständliche Trinitatis, bei dem es um die Heilige Dreifaltigkeit geht, also Gott, Sohn, Heiliger Geist. In evangelischer Zählweise folgen dann die Sonntage nach Trinitatis, da es in diesem zweiten Halbjahr nur noch wenige kirchliche Feste gibt, spricht man vom festlosen zweiten Halbjahr.

Da sich das Datum sowohl von Pfingsten wie auch von Trinitatis nach dem beweglichen Osterfest richtet, gibt es jedes Jahr unterschiedlich viele Tage nach Trinitatis, maximal 27. In diesem Jahr sind es 25. Am Sonntag war nach evangelischer Lesart der 24. Sonntag nach Trinitatis. Volkstrauertag ist kein kirchliches Fest, auch wenn Feuerwehr, Schützenverein etc. die Kirchen an diesem Tag okkupieren, sondern ein vom revanchistischen Volksbund Deutscher Kriegsfürsorger erfundener Tag – wohlgemerkt zum Gedenken an die Kriegstoten und nicht etwa an die Opfer des NS-Regimes.

Der heutige Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag, der aus Notzeiten kommt. Das Wort „büßen“ wird heute kaum noch benutzt und meist falsch verstanden. In einer Zeit, in der alle nur belohnt werden wollen, möchte natürlich keiner für irgendetwas büßen. An diesem Tag geht es aber tatsächlich darum, dass wir uns alle Gedanken über unsern Tun und Lassen und die gesellschaftlichen Folgen unseres Handels machen. In diesem Zusammenhang meint „Buße tun“ soviel wie Umkehr.

Auf den Buß- und Bettag folgt der letzte Sonntag des Kirchenjahres, der heute allgemein „Totensonntag“ genannt wird, was auf das Gedenken an die Toten hinweist. Tatsächlich heißt dieser Sonntag bei den Protestanten aber auch „Ewigkeitssonntag“ und seine Themen sind das Ende der Zeit und das Jüngste Gericht. Ein belasteter Begriff. Mit dem Jüngsten Gericht haben beide Kirchen in den vergangenen Jahrhunderten viel Schindluder getrieben.

Das bevorstehende Beurteilen und Wägen eines jeden am Ende der Zeit wurde als ein Drohszenario gegen das eigene Kirchenvolk in Stellung gebracht, als Machtinstrument missbraucht. Höllenstrafen wurden allen angedroht, die gegen die rigiden kirchlichen Moralvorstellungen verstießen und es am nötigen Gehorsam fehlen ließen. Das wirkt bis heute in beiden Kirchen auf je unterschiedliche Weise nach, wenn auch längst andere, menschlichere Bilder auf dem Vormarsch sind.

Wir sollten aber das Beharrungsvermögen dieser aus dem Geiste der schwarzen Pädagogik geborenen Prägungen nicht unterschätzen. Autoritätsgläubigkeit, Untertanengeist, moralische Enge, Angst grundieren diese Gesellschaft immer noch in ungeahnter Intensität. Unter den Bedingungen des immer brutaler werdenden Kapitalismus verwandeln sich diese Prägungen in einer Weise, die schwer zu durchschauen ist. Ein Ergebnis zeigt sich zum Beispiel im Umgang mit Kindern in weiten Teilen der Gesellschaft, der nur vordergründig offen und liberal ist, in Wahrheit aber auf eine Konditionierung der Kinder hinausläuft, oft sicher in der wohlgemeinten Absicht, sie auf eine Gesellschaft vorzubereiten, die genau das verlangt. Auch das Zwanghafte des Konsums ist eine unmittelbare Folge einer angstbesetzten Glaubens- und Denkweise. 

Recht verstanden geht es beim Jüngsten Gericht aber in keinster Weise um moralische Verfehlungen. Die Rede vom Endzeitgericht zielt auf das Soziale. Im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung des Johannes, wird das mit unüberbietbarer Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht: „Wahrlich, ich sage euch: War ihr getan habt, einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan…und was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan…. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.“

Das Gericht wird also den Menschen angesagt, die das Ihre mit niemandem teilen, die habgierig, egoistisch, unsozial, emontional undurchlässig, anteilnahmslos sind. So verstanden ist das, was am Ewigkeitssonntag theologisch thematisiert wird, in einer Gesellschaft, die an ihrer fortschreitenden Segregation und sozialen Verrohung zu scheitern droht, an Brisanz kaum zu überbieten. Es verbietet jedes politische Paktieren mit der himmelschreienden Ungerechtigkeit.

Die weise Logik des Kirchenjahres will es, dass nach dieser Zeit der „Buße“, Umkehr, bestenfalls der Läuterung eine Zeit der Freude und Erwartung folgt: die Adventszeit, vier Wochen der Vorfreude auf eine Geburt!

 Die Konsumgesellschaft ist von Rhythmen der schnellen Erregung und Wunscherzeugung sowie dem kompletten Druckabfall nach Erfüllung des Wunsches geprägt. Das aber läuft der inneren Logik des Kirchenjahres und der christlichen Feste zuwider. Für die Konsumgesellschaft ist der Advent eine Zeit des Feierns und Schlemmens mit Weihnachten als Höhepunkt. Am Tag nach dem Zweiten Weihnachtsfeiertag ist der Baum meistens schon wieder draußen

In der Logik des Kirchenjahres ist der Advent dagegen eine Zeit der inneren Einkehr, eine Zeit der Besinnung, eine Fastenzeit, der die Weihnachtsfesttage als Ausbruch der Freude und des Feierns folgen, mit einer sich anschließenden Weihnachtszeit, die bis zum 6. Januar (Epiphanias – Tag der Erscheinung des Herrn) und in manchen Gegenden sogar bis zum 2. Februar (Mariä Lichtmess) dauert.

Von dieser Logik und diesen klugen Rhythmen weiß die Konsumgesellschaft nichts, denn da geht es nur ums Verkaufen und den schnellen Genuss. Und für ein Klima, in dem das wie geschmiert funktionieren soll, sind Ziele wie Einkehr, Besinnung, Buße, natürlich nicht besonders förderlich. Wer sich den geistlichen und geistigen Freuden widmet, der ist auf die kurzen Räusche des Konsums nicht angewiesen. Eine so verstandene Adventszeit ist das reinste Kassengift!

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Hat die Sprötzer Landwirtsfamilie Eickhoff die Lust verloren, einen zweiten Hühnermaststall zu bauen? Diesen Schluss man jedenfalls ziehen, wenn man eine Auskunft des Landkreises Harburg vom Dienstag betrachtet. Auf Anfrage des buchholzblog teilte Kreis-Pressesprecher Bernhard Frosdorfer mit, dass nach wie vor ein Teil der für die Genehmigung erforderlichen Unterlagen fehlt, nämlich das Aerosol-/Keimgutachten. Die Problematik der Keimbelastung im Umwelt von Massentieranlagen ist in letzter Zeit in den Fokus der Kritik gerückt.

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