Rassismus im Wochenblatt – noch ein Nachtrag

Veröffentlicht: 2012-10-09 in Lokales, Politik
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Von Kristian Stemmler

Aus gegebenem Anlass möchte ich zu den Beiträgen über die von mir als rassistisch bezeichnete Berichterstattung im Nordheide Wochenblatt eine ergänzende Klarstellung veröffentlichen. Der emotionale und sicher auch leicht polemische Grundton der Texte kann den Eindruck erwecken, ich würde kein gutes Haar am Wochenblatt lassen. Ohne meine Kritik an der betreffenden Berichterstattung zurückzunehmen, möchte ich doch klarstellen, dass das Wochenblatt in vielen Teilen eine gute journalistische Arbeit leistet.

Gerade auch bei heiklen Themen wie Migration oder Tierschutz nimmt die Zeitung immer wieder liberale bis linksliberale Positionen ein. So wurde etwa recht ausführlich über den Protest gegen einen zweiten Hühnermaststall in Sprötze berichtet und auch die Friedensgruppe Nordheide kam zum Beispiel bisher immer ganz gut weg. Insgesamt kann man dem Wochenblatt nicht vorwerfen, rechtslastig zu sein.

Es geht mir auch nicht darum, die Arbeit der Kollegen zu diffamieren. Da ich selbst mehr als 15 Jahre als Lokalredakteur für das Hamburger Abendblatt gearbeitet hat, weiß ich um die Zwänge und Nöte der Kollegen. Wenn man selbst eher konservativ/bürgerlich tickt, ist das sicher kein so großes Problem, aber für alle Redakteure, die mehr nach links tendieren, ist das nicht immer so einfach.

Ich habe in meiner Zeit beim Abendblatt viele Texte im Blatt nicht mittragen können. So führte die Zeitung monatelang eine regelrechte Kampagne gegen das Dealen am Hauptbahnhof und im Schanzenviertel, die im Grunde nur zum Ziel hatte, die angeblich lasche Innenpolitik der regierenden Sozialdemokraten anzuklagen. Das Abendblatt hatte damals einen erheblichen Anteil daran, dass Schill fast 20 Prozent Wählerstimme abgreifen und damit Ole von Beust in den Sattel helfen konnte.

In meiner Zeit bei Springer habe ich immer versucht, mich nicht verbiegen zu lassen und meinen ethischen und politischen Anspruch hochzuhalten. Aber auch ich musste Beiträge schreiben, hinter denen ich nicht mit ganzem Herzen stehen konnte. Daher bin ich vorsichtig geworden bei der Beurteilung von Kollegen. Allerdings habe ich unter bestimmte Aussagen nie meinen Namen gesetzt und in linken Objekten Klartext geschrieben. Wenn man das macht, muss man allerdings die Konsequenzen tragen – in meinem Fall war der Verlust der Festanstellung.

Wie gesagt: Wer nicht mitspielt, ist raus! So sind die Regeln.

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