Bezahlbarer Wohnraum für Buchholz – die Stadt bekommt eine Wohnungsbaugenossenschaft

Von Kristian Stemmler

Jetzt werden endlich Nägel mit Köpfen gemacht! Die Gruppe aus SPD, Grünen und der Partei DIE LINKE im Buchholzer Stadtrat unternimmt Schritte, um ein wichtiges Wahlversprechen umzusetzen und etwas gegen die Wohnungsnot in der Nordheidestadt zu unternehmen. Die Fraktion der Grünen hat Ende September einen Antrag gestellt, der die Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft für Buchholz vorsieht, mit dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Damit sind die Grünen nicht zum ersten Mal bei einem Thema etwas vorgeprescht, um sich zu profilieren. Aber sei‛s drum – wenn es der Sache dient.

Dass es mehr als nötig ist, dass in Buchholz jemand den Bau von bezahlbaren Wohnungen in Hand nimmt, ist im Stadtbild abzulesen. An allen Ecken und Enden ziehen Investoren mit Billigung der Stadt mehrstöckige Klötze in postmoderner Scheußlichkeit hoch mit Miet- oder Eigentumswohnungen, die nur eine kleine Schicht Besserverdienender und Vermögender sich leisten können. Ich denke da zum Beispiel an den hässlichen Block neben dem Rathaus, an den Gnosa-Hof oder die mehr als öden WITO-Häuser, etwa an der Hamburger Straße.

Der Antrag der Grünen basiert auf einem Vortag eines Experten der Hamburger Lawaetz-Stiftung, Karsten Wagner, der Vertreter des Stadtrats kürzlich in der Rathaus-Kantine über die Modalitäten der Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft informierte. Die Stadt soll laut Antrag geeignete Grundstücke in die Genossenschaft geben und zu diesem Zweck eine Art Ranking erstellen. Zum Start der Genossenschaft soll Buchholz sich um Fördermittel aus dem sozialen Wohnungsbauprogramm des Landes bewerben, das vor kurzem angekündigt wurde.

Weiter fordern die Grünen, dass die Buchholzer Wohnungsbaugenossenschaft als Geschäftszweig den Stadtwerken angeschlossen werden. Ein Drittel der Wohnungen sollen barrierefrei sein, die Häuser sollen nach den neuesten technischen Möglichkeiten im energetischen Bereich gebaut werden, um die Nebenkosten gering zu halten und den Notwendigkeiten des Klimaschutzes zu entsprechen. Für den Bau der Häuser soll eine Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden, um nach modernen sozialen Erkenntnissen zu bauen.

Dem ließe sich noch hinzufügen, dass die Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft auch die Chance einschließt, mal eine andere Architektur in Buchholz zu installieren als die in letzter Zeit praktizierte, die sich, wie gesagt, hauptsächlich durch ihre postmoderne Langeweile, durch Protz und Monotonie auszeichnet. Mit Doris Grondke haben wir ja jetzt eine Stadtbaurätin, der das sicher eine Herzensangelegenheit ist.

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