Heiner Schönecke – der Mann, der Lesern auf die Eier geht

Von Kristian Stemmler

Wenn man mittwochs oder sonnabends das Nordheide Wochenblatt aufschlägt, kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass einen auf einer der Seiten Heiner Schönecke entgegengrinst. Ob irgendwo was eröffnet, ein Band durchgeschnitten, ein Zuchtbulle prämiert wird, ob eine Ministerin oder ein Minister zu Gast ist oder ein Briefmarkenverein Jubiläum feiert – der CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrat ist mit Sicherheit zur Stelle und hält sein Gesicht in die Kamera.

Die Kunst, in die Zeitung zu kommen, beherrscht im Landkreis keiner wie Heiner. Zuletzt nutzte er das Auftauchen von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Agrarium des Museumsdorfes Kiekeberg, dessen Förderverein er vorsitzt, um sich ins Bild zu drängen. Davor setzte er sich bei der Eröffnung von „zusammen aktiv“, der Wochen de bürgerschaftlichen Engagements, in Szene. Wenn gerade kein offizieller Termin ansteht, generiert der gelernte Landwirt auch ohne weiteres einen eigenen Meldungsanlass, indem er zum Beispiel irgendwo auf dem Rad herumfährt und Bürgern das Ohr abkaut.

Wenn ich an Schönecke und das Wochenblatt denke, fallen mir immer „Neues Deutschland“ und Erich Honecker ein. Der war ja auch in jeder Ausgabe abgebildet, allerdings noch ein wenig häufiger als Schönecke im Wochenblatt. Aber das kann ja noch werden. Ich nehme an, dass das Auftauchen eines Pressefotografen ähnliche Reflexe bei dem Neu-Wulmstorfer Eierbaron (Geflügel Schönecke GmbH) auslöst, wie das Erklingen der Glocke beim Pawlowschen Hund – sprich: ihm läuft das Wasser im Munde zusammen und er fängt an zu grinsen! Ich will ja nicht gemein sein, aber Schönecke kann froh sein, dass sie ihn beim Sommerfest des Buchholzer Tierheims nicht gleich da behalten haben.

Wenn dieser medialen Ubiquität eine substanzielle politische Arbeit gegenüberstände, würde ich gar nichts sagen. Aber ich habe eher den Eindruck, dass hier einer sehr viel Wind macht, ohne dass wirklich was dahinter ist (was in der CDU ja aber kaum auffällt…). Sogar Wochenblatt-Chefredakteur Reinhard Schrader sah sich kürzlich genötigt, Schönecke zurückzupfeifen, als dieser den Boom in Buchholz nutzte, um Ansiedlungen für Logistikfirmen hochzujubeln. „Heiner Schöneckes halbe Wahrheit“ titelte das Wochenblatt.

Also, kurz gesagt: Die ständige Präsenz des Unionsmanns nervt doch irgendwie. Mit Verlaub, Sie gehen mir auf die Eier, Herr Schönecke!

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