Archiv für September, 2012

Von Kristian Stemmler

Leute, das war großartig heute in Hamburg! So viele rote Fahnen habe ich lange nicht mehr vor dem Rathaus meiner Heimatstadt im Wind flattern sehen – da ging einem das Herz auf! Tausende haben am bundesweiten Aktionstag „Umfairteilen – Reichtum besteuern!“ in Hamburg gegen die Umverteilung von unten nach oben und für eine massive Besteuerung der Reichen und Superreichen demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 7000 Demonstranten, bundesweit protestierten rund 40.000 Menschen in vielen deutschen Städten, so in Berlin, München, Frankfurt und Bochum.

Mit einer drei Kilometer langen Menschenkette wurden Banken und Versicherungen umzingelt und eine symbolische Umverteilung vollführt. Rund 2000 Geldsäcke gingen von Hand zu Hand und wurden schließlich vor dem Rathaus zu einem Riesenhaufen zusammengeworfen, der von den Kindern begeistert zum Toben genutzt wurde. Der zweite Höhepunkt an diesem Tag in Hamburg war der umjubelte Auftritt des Vorsitzenden der griechischen Linkspartei Syriza, Alexis Tsipras, auf der Bühne auf dem Rathausmarkt.

In seiner auf griechisch gehaltenen Rede, die von einem Landsmann übersetzt wurde, forderte Tsipras dazu auf, gemeinsam gegen eine Politik zu kämpfen, „die Griechenland in die Armut treibt und die eure Löhne und Gehälter einfriert“. Er sei gekommen, „um den deutschen Arbeitern zu sagen, dass das Geld, was für Griechenland bezahlt wird, nicht bei den Griechen ankommt, sondern benutzt wird, um griechische und deutsche Banken zu retten“.

Seit zweieinhalb Jahren werde in seiner Heimat eine Sparpolitik durchgezogen, so der Politiker, die das Land in die Armut treibe, ähnlich wie in der Weimarer Republik. Die Arbeitslosigkeit liege inzwischen bei 30 Prozent, viele lebten an der Armutsgrenze, junge Leute würden in Scharen das Land verlassen. Unter großem Beifall rief Tsipras aus, dass die Trennlinie nicht zwischen den Arbeitnehmern im Norden und Süden Europas verlaufe, sondern zwischen den Kapitalisten und dem Volk.

Den Leuten werde erzählt, dass die Demonstranten, die in Griechenland, Spanien und Italien gegen die Austeritätspolitik auf die Straße gehen, die Demokratie in Europa gefährden. Genau das Gegenteil sei der Fall: „Merkel und die Rechten gefährden den Zusammenhalt.“ Ihre Politik für die Banken und Konzerne bringe rechtsextreme Strömungen hervor. Mit großem Jubel wurde diese Ankündigung des Politikers aufgenommen: „Ich gebe Euch das Versprechen, dass Griechenland bald eine linke Regierung haben wird, die das Papier zerreißt, auf dem die Sparmaßnahmen vereinbart worden sind.“

Mehr zum Aktionstag demnächst in diesem blog.

Von Kristian Stemmler

Halleluja! Praise the Lord! Nur ein paar Mal werden wir noch wach, heißa, dann ist Eröffnungstag! Die Buchholz Galerie, die nach den Worten unseres Stadtoberhauptes Wilfried Geiger ein Segen für die Stadt sein wird, soll am 18. Oktober ihre Pforten öffnen. Mit Hochdruck schuften derzeit über 200 Bauarbeiter und Handwerker, damit das neue Einkaufszentrum im Herzen der Stadt – wegen seines klotzigen Äußeren auch mehr oder weniger liebevoll „der Bunker“ genannt – bis dahin vorzeigbar ist. Am Dienstagabend besichtigten Vertreter des Stadtrats und die Spitzen der Verwaltung vor der Sitzung des Stadtrates die Baustelle. Als Vertreter der Partei DIE LINKE im Stadtrat wurde auch mir damit die Ehre zuteil, den Bunker von innen zu sehen.

Dank der dabei gewonnenen Einsichten kann ich der Jugend von Buchholz schon mal diese gute Nachricht überbringen: Die Inneneinrichtung von H & M ist so gut wie fertig, ich habe die Regale mit eigenen Augen gesehen! Wir werden uns also alle demnächst dort in Bangladesch genähte Textilien kaufen können – das ist doch schön, nicht wahr?! Ansonsten wird noch ganz schön gewerkelt im Inneren des Klotzes. Überall hängen Kabel runter, Maschinen kreischen, Metallpaneele liegen herum, die Rolltreppen sind noch mit Planen abgedeckt. Kaum vorzustellen, dass in weniger als einem Monat hier konsumiert werden soll!

Geführt wurde die Politikergruppe, der sich auch Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos) anschloss, einen Tag nach seinem 60. Geburtstag, vom neuen Centermanager Andreas Ziehmann und Projektleiter Georg Burgner vom Investor DC Commercial. Ziehmann machte sich mit seiner forschen Art nicht unbedingt beliebt, wobei man ihm mildernde Umstände zubilligen muss. Denn er leidet ganz offensichtlich an einer Krankheit, die im Einzelhandel endemisch ist: dem PR-Sprech. Diese drückt sich darin aus, dass der Erkrankte mit Superlativen und Euphemismen um sich wirft, viele englische Wörter benutzt und banale Konsumvorgänge mit geschraubten Begriffen versieht.

Die Vermietungsquote von 92 Prozent der Galerie (nur noch vier Einheiten sind nicht vermietet) war für Ziehmann natürlich „eine super Quote“, er drohte eine „tolle Weihnachtsdeko“ an, behauptete, dass das Einkaufszentrum eine „hohe Modekompetenz“ an den Tag legen werde, und kündigte vollmundig an, man werde Veranstaltungen für Familie auf die Beine stellen, „wie Buchholz sie noch nicht gesehen hat“. Das fand sogar eine anwesende Verwaltungsspitze ein wenig befremdlich, das klinge ja so, als lebe man in Buchholz komplett hinter dem Mond.

Projektleiter Georg Burgner kam da mit seiner nüchternen Art, zumindest bei mir, besser an. Als Angestellter des Investors kam er natürlich nicht darum herum, den Bau schön zu finden und über den grünen Klee zu loben. Man habe architektonisch eine Antwort gefunden auf die innerstädtische Situation. Das sehe ich allerdings nach wie vor anders: Wie mehrfach in diesem blog bemerkt, halte ich die Galerie für zu hoch, zu groß, zu klotzig und architektonisch für fantasielos und langweilig. Der Bau erinnert mich an Karstadt-Häuser der 70er oder 80er!

Vor dem Haupteingang an der Breiten Straße, gegenüber vom Venezia, empfing Burgner die Politikergruppe. Er verwies auf das noch nicht fertig gestellte ausladende Vordach, das die Besucher in das Center hineinführen solle. Der Projektleiter führte die Gruppe (auf eigene Gefahr) in die noch recht düstere Mall, in der die Buchholzer und die Besucher der Stadt demnächst lustwandeln werden. Die Mall beschreibt einen leichten Bogen und kommt am Peets Hoff wieder raus.

Burgner erläuterte die momentane Lage auf der Baustelle und den weiteren Fortgang der Arbeiten, wobei ich leider nicht alles verstanden habe, weil ständig irgendwo Maschinen kreischten. „Ein immenser technischer Kraftakt“ müsse vollbracht werden, damit die Galerie am 18. Oktober eröffnen könnte, meinte der Praktiker und zeigte auf die offenen Decken mit den herabhängenden Kabeln. Die Installation der ganzen Technik, wie Sprinkler, Lüftung und dergleichen, sei das Aufwändigste.

So genannte Ankermieter der Galerie sind H & M, der Drogeriemarkt dm, Heymann und der Textiler Ramelow, der praktisch das gesamte obere Stockwerk einnimmt. Der kleinste Laden im Center wird ein Kartenshop von Smile Records mit gerade mal zehn Quadratmetern sein. Es wird Gastronomie geben, und zwar italienische, asiatische und indische Küche, Coffeeshops und ein Eiscafé. Auf der Seite zum Peets Hoff hin wird die Bäckereikette Allwörden ein Geschäft aufmachen und zwar mit einem separaten Eingang, auch weil der Laden früher öffnen wird als der Rest des Centers. Dessen Öffnungszeiten sind von neun bis 20 Uhr, das Parkhaus macht um 22 Uhr dicht.

Nachdem die Politikergruppe wieder heil aus dem Inneren des Bunkers herausgekommen war, wurde sie noch auf die Südseite, auf den Peets Hoff geführt. Dort wird bekanntlich noch fleißig gewerkelt, wobei der vordere Teil zur Poststraße hin schon weitgehend fertig ist. So lange noch an der Galerie selbst gebaut wird, kann der Platz aber nicht fertiggestellt werden, weil die Container darauf noch gebraucht werden. Die werde man aber sukzessive abbauen, kündigte Burgner an, und den Platz dann fertig machen. Er rechne damit, dass die Arbeiten am Peets Hoff Ende des Jahres abgeschlossen seien.

Der Projektleiter gab sich viel Mühe, die Umgestaltung von Peets Hoff aus Meilenstein zu verkaufen. Mit seinem Wasserspiel werde der Platz „ein kleiner Schatz“ werden, behauptete er, das habe man in Buchholz noch „gar nicht so richtig auf dem Schirm“. Das fand Bürgermeister Geiger natürlich gut, denn immerhin steckt die Stadt mal eben 550.000 Euro in die Neugestaltung von Peets Hoff. Ja, das könne wohl ein schöner Platz werden, sekundierte er und nutzte die Gelegenheit um Befürchtungen zu zerstreuen, die Galerie könne dem City Center den Garaus machen. Das City Center werde es vielleicht in den ersten Monaten etwas schwer haben, auf Dauer aber von der Galerie profitieren. Also, ich bin da skeptisch!

Die Mitglieder des Stadtrates guckten sich alles interessiert an und machten sich ihre Gedanken, vermutlich je nach politischer Ausrichtung durchaus unterschiedliche. Eine leicht knisternde Atmosphäre ergab sich am Rande von Peets Hoff, als sich wichtige Protagonisten der Buchholzer Politszene unmittelbar gegenüberstanden, nämlich Geiger, sein Vorgänger Norbert Stein und Grünen-Fraktionschef Joachim Zinnecker. Während Geiger redete, meine ich bei den beiden ein maliziöses Grinsen gesehen zu haben. Zinnecker wurde übrigens abends im Stadtrat einstimmig zum Vertreter des Bürgermeisters gewählt. Ist ja schon mal ein Schritt…

Was ich übrigens sehr anerkennenswert finde, ist die Tatsache, dass der Täter sich direkt am Tatort seiner Verantwortung stellt. Investor DC Commercial, Hamburger Mega-Luxusmakler (Motto: „Zuhause in besten Lagen“) macht an prominenter Stelle, nämlich an der Ecke zur Adolfstraße einen Shop auf und hat dort bereits alles mit seiner Werbung zugepflastert. Wenn Sie also gerade mal eine hochwertige Villa an der Costa del Sol für schlappe 1,26 Mio oder ein exklusives Resort auf Mauritius für 900.000 Euro und mehr erwerben wollen – gehen Sie einfach mal rein, die haben das da alles vorrätig!

Jetzt geht es los! Am 8. Oktober fällt der Startschuss zur Erarbeitung des Mobikons, des Mobilitätskonzepts. Das ist die große Chance für Buchholz aus der unseligen Fixierung auf das Auto wegzukommen und in Verkehrsfragen neue Wege zu gehen. Natürlich geht das nur, wenn der Ostring konsequent ausgeklammert wird, denn der Bau dieser teuren und naturvernichtenden Umgehung würde alle andere Bemühungen konterkarieren.

Der Pressesprecher der Stadt, Heinrich Helms, hat folgende Pressemitteilung zum Thema veröffentlicht. Natürlich hat es sich Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos) nicht nehmen lassen, darin einen kleinen Seitenhieb auf die Ostring-Gegner unterzubringen. Er betont, dass „ergebnisoffen“ an die Zukunftsfragen der Mobilität herangegangen werden soll. Damit nimmt er offenbar Bezug auf die Kritik der Ostring-Befürworter an dem Umstand, dass der Ostring beim Mobikon keine Rolle spielen soll.

Hier der Wortlaut der Pressemitteilung:

Ob im Rat, am Stammtisch oder zu Hause beim Abendbrot – wenn über den Verkehr in Buchholz diskutiert wurde und wird, ging und geht es kontrovers zu. Im Mittelpunkt der jahrzentelangen Debatte standen und stehen insbesondere der Ausbau des Mühlentunnels und der Ostring. In diesen Diskussionen führen die nicht autoaffinen Themen eher ein Schattendasein. Das ändert sich jetzt. Mittel zum Zweck ist das Buchholzer Mobilitätskonzept 2025.

Das Prozedere soll für eine ausgewogene Berücksichtigung aller Interessen und Probleme sorgen und ergebnisoffen an die Zukunftsfragen der Mobilität herangehen“, sagt Bürgermeister Wilfried Geiger. „Das Mobilitätskonzept wird dabei kein hübsches Papier für die Schublade“, betont Geiger. Vielmehr solle es konkrete Vorschläge liefern, wie die Verkehrsprobleme der Stadt angegangen werden können. „Und dann machen wir uns an die Umsetzung.“

Den Auftakt dafür bildet am Montag, 8. Oktober, um 18 Uhr in der Aula der Waldschule ein Mobilitätsforum. „Im Mittelpunkt der Arbeiten zum Mobilitätskonzept 2025 steht die Beteiligung der Buchholzerinnen und Buchholzer“, sagt Geiger. Das Verfahren wird von Mone Böcker vom Hamburger Büro „raum + prozess“ moderiert. Die fachliche Begleitung sichert das Verkehrsplanungsbüro SHP aus Hannover. „Ich wünsche mir, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger beteiligen und das Mobilitätskonzept 2025 mit erarbeiten“, sagt Geiger. Aus den Erkenntnissen dieses Prozesses heraus solle das Leitbild für die künftige Gestaltung der Mobilität in Buchholz entwickelt werden.

An den Auftakt in der Waldschule, bei dem die Teilnehmer ihre Sicht der Buchholzer Verkehrssituation einbringen sollen, schließen sich (kleinere) Arbeitsgruppen an, in denen neue und, falls erforderlich, auch alte Lösungsansätze diskutiert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach dem Mobilitätsverhalten der kommenden Jahre: Spielt das Auto weiterhin die dominierende Rolle? Oder gewinnen Alternativen dazu an Boden? Welchen Einfluss hat die Elektromobilität – Stichwort E-Bikes – auf den städtischen Verkehr?Ein zweiter wesentlicher Baustein des Mobilitätskonzeptes ist eine anonyme Haushaltsbefragungung zur Verkehrsmittelwahl. Exakt 5000 zufällig ausgewählte Buchholzerinnen und Buchholzer bekommen Anfang Oktober Post vom Bürgermeister. Darin – ein vierseitiger Fragebogen der Buchholzer Verkehrsbetriebe. Der fragt zum Stichtag Dienstag, 16. Oktober, das Mobilitätsverhalten der Teilnehmer ab: Wohin führt der erste Weg des Tages? Welches Verkehrsmittel wird dafür genutzt? Was ist das Ziel? Wann ist man gestartet und angekommen? Die Teilnehmer werden gebeten, alle Wege anzugeben, die sie an dem besagten Stichtag zurücklegen. Für sechs davon werden die exakten Daten abgefragt.

Schmackhaft gemacht wird die Teilnahme an der Haushaltstichprobe durch ein Gewinnspiel: Unter allen Teilnehmern werden drei iPads, fünf Sparpakete der Stadtwerke und acht 100-Tage-Karten fürs Bad Buchholz verlost. Und wer jetzt an der Anonymisierung der Befragung Zweifel hegt: Der Teilnahmeschein wird vom Fragebogen getrennt. Von der gemeinsamen Haushaltsbefragung versprechen sich Verkehrsbetriebe und Stadt wertvolle Erkenntnisse. Geiger: „Ich hoffe deshalb darauf, dass viele mitmachen.“

Im Sommer kommenden Jahres soll das Mobilitätskonzept der Öffentlichkeit vorgelegt werden.

Von Kristian Stemmler

Der Krieg gegen die Marginalisierten fordert seine Opfer. Heute ist im Jobcenter Neuss eine 32 Jahre alte Sachbearbeiterin von einem arbeitslosen Mann erstochen worden. Ganz unabhängig von den persönlichen Motiven, die in diesem Fall eine Rolle spielen werden, lässt sich eines festhalten: Die systematische Ausgrenzung von immer mehr Menschen in diesem Land lässt den Druck im Kessel steigen, führt zu Aggressionen und wachsender Gewalt und immer wieder zu Explosionen an den Orten der Demütigung, den Jobcentern. Deren Mitarbeiter müssen die Folgen einer brutalen Segregationspolitik tragen!

Ausgerechnet heute berichtete die hiesige Presse über die Angriffe auf Mitarbeiter der Hamburger Jobcenter. Seit Jahren steige die Zahl der Übergriffe in den Ämtern und Behörden, allein 2011 habe die Gewalt gegen Beamte und Angestellte der Hansestadt um 25 Prozent zugenommen. Etwa die Hälfte der fast 1600 Angriffe auf Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung, nämlich 751, trafen Mitarbeiter der Jobcenter. Die Täter seien zum Beispiel mit Stühlen, Regenschirmen und Stiften auf die Beschäftigten losgegangen, bedrohten sie mit Klappmessern, Schlagstock und Pfefferspray. Zwölf Mitarbeiter der Verwaltung wurden in 2011 schwer verletzt.

Vor diesem Hintergrund muss die Tat von Neuss als Fanal gesehen werden! Aber genau das wird nicht passieren. Man wird den tödlichen Angriff als persönliche Tragödie interpretieren, auf die Lebensumstände des Täters abheben und eine Diskussion über die Sicherheitsvorkehrungen in den Jobcentern führen. Natürlich wird der Fall von interessierter Seite auch genutzt werden, um mehr oder weniger unterschwellig ALG-II-Empfänger erneut zu stigmatisieren und als gescheiterte Existenzen hinzustellen, die ihre Aggressionen nicht in den Griff bekommen und der Allgemeinheit die Schuld für ihre Unfähigkeit geben.

Die bürgerlichen Politiker und ihre Stichwortgeber und Lautsprecher in den Medien haben kein Interesse, die gesellschaftlichen Ursachen der Gewalt in den Jobcentern aufzudecken. Das würde bedeuten, die Umverteilung von unten nach oben, von der gerade der Entwurf zum vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung beredtes Zeugnis abgelegt hat, in Frage zu stellen. Da hilft nur der Druck der Straße! Nicht nur in Spanien und Griechenland, auch in der europäischen Vormacht Deutschlands müssen die Menschen endlich auf die Barrikaden gehen!

Darum wiederhole ich hier meine Aufforderung: Kommt alle massenhaft am kommenden Sonnabend 12 Uhr zum Hamburger Rathaus, wo im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „Umfairteilen – Reichtum besteuern“ (www.umfairteilen.de) eine Menschenkette gebildet werden soll!

Von Kristian Stemmler

Wenn man mittwochs oder sonnabends das Nordheide Wochenblatt aufschlägt, kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass einen auf einer der Seiten Heiner Schönecke entgegengrinst. Ob irgendwo was eröffnet, ein Band durchgeschnitten, ein Zuchtbulle prämiert wird, ob eine Ministerin oder ein Minister zu Gast ist oder ein Briefmarkenverein Jubiläum feiert – der CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrat ist mit Sicherheit zur Stelle und hält sein Gesicht in die Kamera.

Die Kunst, in die Zeitung zu kommen, beherrscht im Landkreis keiner wie Heiner. Zuletzt nutzte er das Auftauchen von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Agrarium des Museumsdorfes Kiekeberg, dessen Förderverein er vorsitzt, um sich ins Bild zu drängen. Davor setzte er sich bei der Eröffnung von „zusammen aktiv“, der Wochen de bürgerschaftlichen Engagements, in Szene. Wenn gerade kein offizieller Termin ansteht, generiert der gelernte Landwirt auch ohne weiteres einen eigenen Meldungsanlass, indem er zum Beispiel irgendwo auf dem Rad herumfährt und Bürgern das Ohr abkaut.

Wenn ich an Schönecke und das Wochenblatt denke, fallen mir immer „Neues Deutschland“ und Erich Honecker ein. Der war ja auch in jeder Ausgabe abgebildet, allerdings noch ein wenig häufiger als Schönecke im Wochenblatt. Aber das kann ja noch werden. Ich nehme an, dass das Auftauchen eines Pressefotografen ähnliche Reflexe bei dem Neu-Wulmstorfer Eierbaron (Geflügel Schönecke GmbH) auslöst, wie das Erklingen der Glocke beim Pawlowschen Hund – sprich: ihm läuft das Wasser im Munde zusammen und er fängt an zu grinsen! Ich will ja nicht gemein sein, aber Schönecke kann froh sein, dass sie ihn beim Sommerfest des Buchholzer Tierheims nicht gleich da behalten haben.

Wenn dieser medialen Ubiquität eine substanzielle politische Arbeit gegenüberstände, würde ich gar nichts sagen. Aber ich habe eher den Eindruck, dass hier einer sehr viel Wind macht, ohne dass wirklich was dahinter ist (was in der CDU ja aber kaum auffällt…). Sogar Wochenblatt-Chefredakteur Reinhard Schrader sah sich kürzlich genötigt, Schönecke zurückzupfeifen, als dieser den Boom in Buchholz nutzte, um Ansiedlungen für Logistikfirmen hochzujubeln. „Heiner Schöneckes halbe Wahrheit“ titelte das Wochenblatt.

Also, kurz gesagt: Die ständige Präsenz des Unionsmanns nervt doch irgendwie. Mit Verlaub, Sie gehen mir auf die Eier, Herr Schönecke!

Er hält den kommerziellen Teil des Stadtfestes für überflüssig und glaubt, dass die Vereinsmeile neue Impulse gut gebrauchen könnte. Christoph Selke, SPD-Ratsherr in Buchholz, Gründungsmitglied und ehemaliger Vorsitzender des Kunstvereins und Organisator der Piazza Cultura auf dem Stadtfest, fordert einen „Relaunch“ des Festes. „Ich glaube, es ist an der Zeit, sich grundsätzlich über Sinn und Zweck dieses Stadtfestes Gedanken zu machen“, sagt Selke. Er kann sich zum Beispiel vorstellen, dass es ein Motto gibt, das sich bei allen teilnehmenden Vereinen wiederfindet. Im Interview mit dem buchholzblog formulierte Christoph Selke seine Kritik und seine Anregungen.

Christoph, Tausende haben das Stadtfest Anfang September besucht, Musik gehört, getanzt, getrunken, gegessen, Leute getroffen, haben sich vergnügt. Was hast Du dieses Jahr auf dem Stadtfest gemacht, wie hast Du es erlebt?

Ich habe, wie in den drei Jahren vorher, das ganze Stadtfest auf der Piazza Cultura verbracht, weil es der Platz mit dem größten kulturellen Angebot und der meisten Freude auf dem Stadtfest ist! Außerdem kann man dort Freunde treffen, in Ruhe klönen, das vielseitige Angebot im Zelt nutzen und vor allem mit anderen Kulturschaffenden viel Spaß haben!

Wie gefiel Dir das musikalische Programm? An den wichtigen Abenden spielen ja hauptsächlich die gewohnten Coverbands auf den großen Bühnen, in der Paulus-Kirche sind die auftretenden Künstler, Chöre und Ensembles auch oft dieselben wie in den Vorjahren. Bräuchte man da mehr vielleicht mehr Abwechslung?

Ganz ehrlich, bis auf das Stadtorchester habe ich vom Musik-Programm kaum etwas mitbekommen. Das hat aber ordentlich geswingt!! Coverbands sind halt Coverbands – Musik wie man sie kennt. Auf der Piazza Cultura hatten wir Chöre, Bands und Solo-Musiker, die super Musik gemacht haben, da war keine Zeit für anderes.

In diesem Jahr fiel ja die Rathausparkbühne weg, damit ein wichtiger Anlaufpunkt und eine Auftrittsmöglichkeit für hiesige Bands. Wie siehst Du das Thema?

Für die Piazza Cultura war es natürlich von Vorteil, dass es eine Schallquelle weniger gab! Für die reichhaltige Buchholzer Musikszene aber natürlich ein Verlust und auch vollkommen unverständlich. Da muss sich für nächstes Jahr was ändern! Circa 70 Musiker, die super Stimmung machen, das braucht das Stadtfest! Diese Stadt hat ein so reichhaltiges Angebot an Kultur, eigentlich ließen sich damit alle Flächen füllen.

Das Stadtfest zerfällt im Grunde in zwei Teile, den kommerziellen und die Vereinsmeile vorm Rathaus und im Rathauspark. Wie bewertest Du den kommerziellen Teil? Da sieht man jedes Jahr so ziemlich dieselben Buden und Stände. An der Kirche stellte ein Autohändler seine Fahrzeuge aus, auf der anderen Seite wurden elektrische Rollstühle für Senioren präsentiert, dann gab es natürlich auch den üblichen Firlefanz, T-Shirts, Buttons, Feuerzeuge und so weiter.

Für mich ist der kommerzielle Teil in dieser Form mittlerweile überflüssig! Ich kenn die Verträge ja nicht und daher auch nicht die Wichtigkeit für die Co-Finanzierung des Stadtfestes, aber für den Charakter eines Stadtfestes, wie ich es verstehe, ist dieser Teil mit seinem ausufernden Alkoholangebot und dem fehlenden Ausgleich austauschbar und spiegelt in keiner Weise den eigentlichen Sinn eines Stadtfestes. Alkohol als Anreiz – das ist die verkehrteste Richtung!!

Der kommerzielle Teil des Stadtfestes wird vom Großmarkt Bremen gemanagt, die sonst vor allem Veranstaltungen in Bremen und Umgebung organisieren. Wäre es nicht sinnvoller, sich dafür einen Partner im nahen Hamburg oder hier aus der Gegend zu suchen?

Ich glaube, es ist an der Zeit, sich grundsätzlich über Sinn und Zweck dieses Stadtfestes Gedanken zu machen, dazu gehört dann auch ein Vermarkter! Vielleicht auch ein anderes Konzept, andere Standorte, eine andere Gewichtung. Ein „Relaunch“ quasi.

Im Rathauspark haben viele lokale Vereine und Institutionen – von Greenpeace und der Polizeiinspektion bis zu Schulen und Sportvereinen – die Gelegenheit genutzt, sich zu präsentieren und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Das ist doch eine bewährte Sache oder siehst Du das anders?

Ja klar ist das bewährt! Und sicherlich auch richtig. Aber auch hier sind es ein- und ausgefahrene Spuren! Dieses Jahr hatte ich auch das Gefühl, dass es weniger Vereine und Organisationen waren, als in den Vorjahren. Und so eine Art Hochgefühl war auch nur bei den wenigsten vorhanden. Mir fehlte dieses Spaßgefühl, diese auf alles sich übertragende Freude an der Sache! So ein Funke, der auf alle überspringt. Vielleicht wäre ein Motto für das Stadtfest ganz gut, ein Thema, dass sich bei allen Vereinen wiederfinden kann, und die Verbundenheit der Buchholzer Vereine, Organisationen und Gruppierungen mit dem Stadtfest und der Stadt widerspiegelt.

Den Sportvereinen auf dem Platz vor dem Rathaus und am Eingang des Parks ging es offenbar vor allem darum, Würstchen, Steaks und Bier unter die Leute zu bringen. Immerhin nehmen die Vereine beim Stadtfest vierstellige Summen ein. Aber ist der Schwerpunkt da nicht zu sehr auf dem Essen und Trinken, wäre ein bisschen mehr Kulturprogramm nicht angezeigt?

Ich kann verstehen, dass das Stadtfest genutzt wird, um den Vereinsetat aufzubessern. Ob der Nutzen aber wirklich die Kosten aufwiegt, können nur die Vereine beantworten. Wenn aber dabei der Charakter des Anbieters hinter den Grills und Bierständen verschwindet, halte ich es für schwierig! Ein Fußball als Bierstand, ein Segelboot umgebaut zum Grill, eine Tuba als Kaffeemaschine – das hätte Spielwitz, zeigt den Sinn des Angebotes und würde die Menschen mehr anziehen.

Was könnte man auf der Vereinsmeile noch verbessern oder anders machen?

Ein Preis für den kreativsten Stand! Ein Abschlussfeuerwerk! Mehr Clowns und Gaukler! Mehr Ideen in der Planungsphase fordern und auch zulassen!

Die Junge Union ist als einzige Parteiorganisation auf dem Stadtfest vertreten und das mit einem Bierstand. Nicht gerade vorbildlich, oder?

Eine politische Jugendorganisation, die sich über den Verkauf von Bier definiert – ein bisschen wenig!

Die Piazza Cultura war ja so etwas wie der Ruhepol des Stadtfestes. Ich habe die Atmosphäre hier als sehr familiär und kreativ erlebt. Wie hast Du als Organisator die Piazza erlebt, was waren die Höhepunkte, wie zufrieden warst Du mit der Resonanz?

Alle Stände auf der PC waren sehr zufrieden. Es war immer voll (mal abgesehen von dem verregneten Freitag), es war sehr gute Stimmung, wir haben viel mit- und untereinander gescherzt und gelacht, es waren (fast) alle Stände bis zum Schluss geöffnet, die Veranstaltungen im und rund ums Zelt waren sehr gut besucht, rundherum hat sich die Piazza Cultura als Bestandteil des Stadtfestes etabliert. Die Piazza Cultura hat diese beschwingte, unbefangene, offene und fröhliche Atmosphäre, wie sie von vielen Besuchern geschätzt wird. Die Besucher fühlen sich einfach wohl und ich weiß von einigen, die den ganzen Tag nur auf der PC waren – das ist ein Riesenlob und eine tolle Bestätigung für die Piazza Cultura.

Im nächsten Jahr wirst Du die Piazza nicht mehr machen. Warum nicht?

Ich bin im Organisationsteam für das Buchholzer Kulturfest „Feuerwerk der Kultur“, das vom 23. bis 26. Mai 2013 stattfinden wird. Daran arbeiten wir (Birgit Schulz vom Heede, BiSchu Theaterwerkstatt und Jürgen Schmid-Mittag vom Kunst-Tempel) bereits seit Frühjahr 2012 und es ist abzusehen, dass die Planung und Organisation, die auch ehrenamtlich geleistet wird, keine Zeit und Kraft für eine weitere Organisation lassen wird.

Wird es die Piazza dennoch geben?

Gut möglich! Es müsste sich aus den Vereinen und Gruppierungen eine Leitungsgruppe bilden, dann kann die Piazza Cultura Bestand haben. Ich würde das sehr begrüßen, und am Rande des Stadtfestes wurden darüber auch bereits Gespräche geführt. Sicherlich werde ich mit Tipps und Rat immer zur Verfügung stehen, aber eben keine komplette Organisation übernehmen.

Von Kristian Stemmler

Der Skandal schreit zum Himmel und dass die Leute nicht schon längst auf den Barrikaden sind, liegt nur daran, dass der Schnaps bei Aldi noch so billig ist und das Volk mit „Brot und Spielen“, mit DSDS und Supertalent bei Laune gehalten wird! Vor aller Augen wird Tag für Tag immer klarer, dass dieses System nichts anderes ist als eine gigantische Umverteilungsmaschine von unten nach oben. Der Entwurf für den vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat das aufs Neue mit unüberbietbarer Deutlichkeit belegt. Danach gehört den reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Wohlstands, während die untere Hälfte der Haushalte nur über gut ein Prozent des Nettovermögens verfügt!

Genauso skandalös ist die systematische Austrocknung der öffentlichen Kassen. Das Arbeitsministerium schreibt: „Während das Nettovermögen des deutschen Staates zwischen Anfang 1992 und Anfang 2012 um über 800 Milliarden Euro zurückging, hat sich das Nettovermögen der privaten Haushalte von knapp 4,6 auf rund zehn Billionen Euro mehr als verdoppelt.“ Allein zwischen 2007 und 2012 hat sich das private Nettovermögen um 1,4 Billionen Euro erhöht. Es ist vor diesem Hintergrund mehr als grotesk, dass in den Kommunen – auch in Buchholz – die Schuldenbremse wie eine Monstranz vor sich hergetragen wird und die bürgerliche Propaganda die Ausgabenpolitik der öffentlichen Hand für die momentanen Krisen verantwortlich macht!

Gut getimt findet vor dem Hintergrund dieser aktuellen Diskussion in wenigen Tagen, am kommen-den Sonnabend, dem 29. September, der bundesweite Aktionstag „Umfairteilen – Reichtum besteuern“ statt, getragen von einem breiten Bündnis, dem attac, ver.di, Campact und viele weitere Organisationen (Näheres unter www.umfairteilen.de). In Berlin, Köln, Bochum, Frankfurt und an vielen Orten gehen die Menschen auf die Straße, um Gerechtigkeit zu fordern. Der Norden mobilisiert nach Hamburg zu einer Menschenkette.

Ich fordere daher alle engagierten Bürger im Landkreis auf: Fahrt am kommenden Sonnabend massenweise nach Hamburg und schließt Euch der Menschenkette durch die Innenstadt an!

Die Auftaktkundgebung startet um 12 Uhr auf dem Adolphsplatz hinter dem Rathaus statt, die Menschenkette wird um 12.30 Uhr aufgebaut. Von der Handelskammer, der Börse, von Banken und Versicherungen werden „Geldsäcke“ eingesammelt, durch die Menschenkette gereicht und auf dem Rathausmarkt direkt vor dem Rathaus aufgestapelt. Um 13 Uhr löst sich dann die Kette in drei Demonstrationszügen Richtung Rathaus auf. Ab 13.15 Uhr findet schließlich auf dem Rathausmarkt die Abschlusskundgebung statt – im Kulturprogramm: Dubtari, Kay Degenhardt und Jan-Peter Petersen (Alma Hoppe).

Der buchholzblog zitiert hier aus dem Flyer der Organisatoren:

Immer mehr Schulen und Universitäten sind in marodem Zustand. Bibliotheken und Schwimmbäder schließen. In der Alten- und Krankenpflege herrscht entwürdigender Spardruck. Die Zahl der Kita-Plätze ist weiter viel zu gering und notwendige Investitionen in Energiewende und Nahverkehr bleiben aus. Die Finanznot der öffentlichen Haushalte trifft uns alle. Seit Jahren werden die öffentlichen Kassen ausgetrocknet. Erst durch üppige Steuergeschenke an Reiche und Konzerne, zuletzt durch riesige Rettungspakete für Banken und gegen die andauernde Finanzkrise.

So aber wird die Situation immer bedrohlicher: Für die Folgen der Finanzkrise sollen in ganz Europa die Menschen mit Lohn- und Sozialkürzungen bezahlen. Die Spekulanten an den Finanzmärkten hingegen lässt man gewähren. Ungeniert treiben sie ganze Staaten mit ihren Wucherzinsen immer weiter in die Schuldenfalle. Auf der Strecke bleibt die Demokratie, wenn nur noch der Rotstift regiert und es für die Politik fast nichts mehr zu gestalten gibt. Zugleich wächst in Deutschland die Kluft zwischen Arm und Reich rasant. Jedes siebte Kind ist mittlerweile auf Hartz IV angewiesen. Millionen Menschen werden mit Niedrig- und Armutslöhnen abgespeist. Und für immer mehr Menschen reicht die Rente für ein Alter in Würde nicht mehr aus. Der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist ernsthaft bedroht. Wohin das führen kann, zeigen die USA: Vorstadtviertel im Elend, eine hohe Kriminalitätsrate und Reichenviertel hinter Stacheldraht und Alarmanlagen.

In dieser Situation gibt es nur einen seriösen Ausweg: Das wachsende Privatvermögen der Reichen und Superreichen muss endlich wieder besteuert werden. Sie müssen dringend zur Finanzierung der notwendigen öffentlichen Ausgaben und zum Abbau der Staatsverschuldung herangezogen werden.Dazu fordern wir: eine dauerhafte Vermögenssteuer sowie eine einmalige Vermögensabgabe, am besten europaweit koordiniert, einen konsequenten Kampf gegen Steuerflucht und Steueroasen und eine Steuer auf Finanzmarktgeschäfte, gegen die Spekulation und zur Bekämpfung der Armut, weltweit.

Am 29. September gehen wir bundesweit unter dem Motto „Umfairteilen – Reichtum besteuern!“ auf die Straße. In Berlin, Köln, Frankfurt, Hamburg und anderen Orten finden Aktionen, Kundgebungen, Demonstrationen statt. Protestieren Sie mit – und bringen Sie Freund/innen, Kolleg/innen und Familien mit! Stellen Sie sich hinter die Forderungen unseres Bündnisses!“