Whitewashing an der Weser – Werder wirbt für Wiesenhof

Von Kristian Stemmler

Für einen richtigen Hamburger ist Werder Bremen ja ohnehin so etwas wie ein Erbfeind, wobei es in der Hansestadt und dem Umland durchaus auch Werder-Fans gibt. Das wird sich hoffentlich bald ändern, denn der Verein disqualifiziert sich gerade nach Kräften selbst. Heute wurde bekannt, dass der umstrittene Wiesenhof-Konzern Hauptsponsor von Werder Bremen wird. Wiesenhof gehört zu der Handvoll Konzerne in Deutschland, die für die inakzeptable Massentierhaltung von Hühnern und Puten verantwortlich ist, also für millionenfache Tierquälerei! Laut Süddeutsche Zeitung gehört Wiesenhof zur PHW-Gruppe Lohmann, die jede Woche 4,5 Millionen Hühner schlachtet.

Was Wiesenhof mit der Werbung auf den Trikots der Bremer Bundesligakicker bezweckt, liegt auf der Hand. Die Massentierhaltung von Geflügel gerät immer öfter in die Schlagzeilen, immer mehr Menschen kritisieren die barbarischen Haltungsbedingungen, wo immer Anlagen gebaut werden sollen, wie ja auch in unserer Region, flammt Protest auf. Da ist Werder ein willkommener Partner in einer Strategie des Whitewashing.

„Wir sind davon überzeugt, dass der Verein in der Bundesliga weiter Geschichte schreiben wird und freuen uns, dass wir von nun an Teil dieser Erfolgsgeschichte sein werden“, jubiliert Ingo Stryck, Marketing-Chef von Wiesenhof in einer Pressemitteilung des Vereins. Fünf bis acht Millionen Euro soll Werder pro Saison für seine willfährige Propaganda bekommen.

Ob die Strategie der Hühnerbarone aufgeht, muss allerdings abgewartet werden. Denn der Protest hat sich bereits im Vorfeld der Vertragsverkündung formiert. Bei Facebook ist eine Gruppe namens „Wiesenhof als Werder-Sponsor? Nein, danke“ ins Leben gerufen worden, die stündlich wächst und derzeit rund 13.000 Anhänger umfasst. Der Vorgang könnte die Diskussion um die Massentierhaltung also eher noch zusätzlich befeuern und sollte dazu genutzt werden, die Haltungsbedingungen der Tiere in der Massentierhaltung noch intensiver zu thematisieren. In allen Stadien, in denen Werder in der kommenden Saison auftaucht, sollen und müssen Tierschützer präsent sein und ihren Protest lautstark artikulieren. Die Aufmerksamkeit der Medien ist ihnen gewiss. Der Coup von Wiesenhof könnte also gehörig nach hinten losgehen.

Und natürlich muss Werder auf jeden Fall zur Strafe absteigen. Wie wäre es denn, wenn die Tierschutzbewegung bundesweit sammelt und eine Sonderprämie auslobt für jedes Tor, das gegen die Bremer erzielt wird? Natürlich müssen auch Aufkleber entwickelt werden, die den Skandal thematisieren. Es gibt viel zu tun, packen wir‛s an!

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