Megaschlachthof Wietze – Nabu scheitert mit Klage

Von Kristian Stemmler

Leider ist der Naturschutzbund Nabu mit seiner Klage gegen Europas größten Schlachthof für Hühner in Wietze bei Celle vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg gescheitert. Das melden mehrere Medien. Das Gericht geht nicht davon aus, dass durch die Anlage unzumutbarer Lärm entsteht, die Grenzwerte für den Ammoniak- und Stickstoffausstoß würden nicht überschritten und die ausgestoßenden Bioaerosole durch eine Filteranlage gereinigt. Bei Lektüre der Begründung des Gerichts entsteht der Eindruck, dass zumindest die Belastung der Umgebung durch gefährliche Keime, vor der Experten warnen, nicht gesehen wird.

Der NABU hatte sich als Kläger gegen eine Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamt für den Betreiber des Schlachthofs, den Rothkötter-Konzern, gewandt. Begründung: Die Immissionsprognose sei unzureichend in Bezug auf den Anlieferverkehr, aber auch in Bezug auf den Betrieb selbst. Mikroorganismen und Bioaerosole würden austreten und ein nicht hinnehmbares Gesundheitsrisiko für die Anwohner darstellen. Die Schlachtleistung des Betriebes soll im Endausbau bis zu 27.000 Hähnchen stündlich betragen oder 2,592 Millionen Tiere wöchentlich.

Das Gericht verwies darauf, dass laut Schallgutachten vom Januar 2010 der erhöhte Verkehr nicht zu einer Überschreitung der maßgeblichen Werte führe, auch der durch den Schlachthof selbst erzeugte Lärm liege unter den Werten für eine Wohnbebauung. Auch der von der Behörde begrenzte Ammoniak- und Stickstoffausstoß werde nach einem Immissionsgutachten nicht überschritten.

Die ausgestoßenen Bioaerosole, nämlich luftgetragene Schadstoffe wie Stäube, Pilzsporen, Mikroorganismen, die sich nachteilig auf die menschliche Gesundheit auswirken könnten, würden durch eine spezielle Abluftreinigung zurückgehalten. Medizinisch begründete Immissionsgrenzwerte für Bioaerosole existierten nicht. In Tierhaltungsanlagen werden die Bioaerosole bestimmt durch Futterart, Einstreu, Tieraktivität, längere Reinigungsabstände, in dem Schlachthof hingegen sind die zu erwartenden Immissionen weitaus geringer, zumal die Anlagenkomponenten täglich gereinigt werden. Für eine besondere Keimbelastung beim Tiertransport selbst außerhalb des Schlachtbetriebes gäbe es keine konkreten Anhaltspunkte.

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