Neues vom singenden Querulanten – Otto reist ab, aber reißt nicht ab

Von Kristian Stemmler

Eines muss man Prosper-Christian Otto ja lassen: Er ist hartnäckig! Wobei sein Verhalten doch allmählich an Michael Kohlhaas oder Don Quijote erinnert. Die Erwähnung dieser beiden literarischen Figuren ist allerdings wohl schon zu viel der Ehre, denn bei dem Tenor kann ich keine edlen Motive erkennen. Vielmehr mischen sich in seinem Verhalten bekanntlich fortschreitender Starrsinn, ausgeprägte Ignoranz und unbegründete Arroganz auf unangenehme Weise.

Wie bereits in diesem blog berichtet, kämpft Otto seit Jahren mit harten Bandagen für den Erhalt seiner schwarz gebauten Villa im Buchholzer Waldgebiet Sprötze-Lohbergen. Dabei schoss er zuletzt ein veritables Eigentor, weil er vor dem Bundesverwaltungsgericht mit seiner Klage gegen den nachträglich für das Gebiet aufgestellten Bebauungsplan zwar obsiegte, das aber zur Folge hatte, dass sein Haus jetzt im Außengebiet steht und abgerissen werden muss. Das nennt man einen Pyrrhussieg!

Otto wäre nicht Otto, wenn er die Abrissverfügung der Stadt Buchholz kampflos hinnehmen würde. Wie üblich, macht er wieder eine Menge Wirbel, richtet hirnrissige Vorschläge an die Politik und versucht das Vorgehen der Behörden mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten zu diskreditieren. So schrieb er an den Buchholzer Ratsvorsitzenden Gisbert Saulich (SPD), der Rat möge doch bitte die vom BVG monierten Fehler des B-Plans heilen und diesen in Kraft setzen. Im Wochenblatt fordert er die Stadt auf, die Abrissverfügungen ruhen zu lassen, bis das Bundesverfassungsgericht seine Beschwerde bearbeitet hat und zwar „aus Respekt und Achtung vor dem Gericht“. Klingt seltsam aus dem Munde eines Mannes, der in seinem Kampf gegen die Stadt jeden Respekt hat vermissen lassen!

In der Harburger Rundschau wird Otto mit dem albernen Argument zitiert, die Aufforderung zum Abriss sei lediglich an seine Frau Christiane gesandt worden. Sie sei aber nicht alleinige Eigentümerin, er selbst sei es ebenfalls. Die Verfügung habe somit nicht die richtigen Personen erreicht. Im Wochenblatt appelliert er an Buchholz Bürgermeister Wilfried Geiger, „das sinnlose Verfahren einzustellen“ und unterstreicht das mit dem schwachsinnigen Argument, die 70 Quadratmeter, die sein Haus gegenüber den Festsetzungen des ungültigen B-Plans zu groß ist, seien doch Peanuts in einem 110-Hektar-Wohngebiet.

Bis zum 30. Juni hätten schon mal alle Zäune am 9000-Quadratmeter-Grundstück, ein Baumhaus, zwei Schuppen und ein gemauertes Schwimmbad weichen müssen. Natürlich dachte Otto nicht im Traum daran, der Verfügung nachzukommen, reiste stattdessen nach Skandinavien, um im Rahmen einer dreiwöchigen Tournee die dortige Bevölkerung der Segnungen seiner prachtvollen Stimme teilhaftig werden zu lassen.

Die Mühlen der Verwaltung mahlen derweil weiter. Wenn Otto sein Anwesen nicht selbst abreißt, wird dies die Stadt im Wege der Ersatzvornahme erledigen. Ersatzvornahme, was für ein wunderbares Wort, jedenfalls in diesem Zusammenhang! Es bedeutet, dass die Stadt sich Angebote von Abrissunternehmen einholt und diese dann beauftragt. So leicht kommt der Sänger nicht davon!

Wie ich die Sache sehe, wird Prosper-Christian Otto es sich in diesem Fall aber nicht nehmen lassen, sich höchstpersönlich den Baggern in den Weg zu stellen. Voraussichtlich wird er dann auch noch anfangen zu singen. Daher sollte man den beteiligten Bauarbeitern schon jetzt anraten, Watte oder Ohropax mitzunehmen.

Auch sonst wird der Mann sicher noch Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um den Abriss abzuwenden. Ich hätte da noch einen Tipp für ihn: Versuchen Sie es doch mal mit einer Klage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag oder gehen Sie gleich vor die UNO, Herr Otto! Oder wie wäre es mit Amnesty International? Als politisch Verfolgter werden Sie da bestimmt Gehör finden.

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1 Comment

  1. Wenn es hier doch bloß um PC Otto allein ginge…
    Die rücksichtslose Sängerkehle hat über 200 Mitbürgern, die sich bereits mit der Stadt, dem B-Plan und den entsprechenen Auflagen arrangiert hatten, die in langen Sitzungen mühsam gemeinsam erarbeitet wurden, die rechtliche Grundlage unter den Füßen weggezogen.
    Selbst in der Zeit der Gültigkeit des B-Planes neu errichtete Häuser dürften nach einem Totalschaden nicht wieder errichtet werden. Ich kann jeden Bewohner Lohbergens verstehen, der den Sänger zum …. am liebsten woanders wissen möchte.

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