Causa Erich Romann – jetzt will er zu den Faschos!

Veröffentlicht: 2012-05-23 in Lokales, Politik
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Von Kristian Stemmler

In diesem Blog habe ich bereits diverse Male über Erich Romann geschrieben und mich dabei recht weit aus dem Fenster gelehnt. Nachdem es wochenlang ruhig war um den Piraten – inzwischen nach seinem Austritt Ex-Piraten –, berichten die Zeitungen jetzt wieder. Nach einem Bericht der „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ ist Romann in Verhandlungen mit der NPD über einen Beitritt in die Nazi-Partei. Damit könnte die NPD durch die Hintertür in den Kreistag einziehen, was in jeder Hinsicht abstrus wäre. Dazu gleich noch mehr.

Erst mal ein Wort zum Ergebnis meiner Intervention beim Presserat, von der ich auf diesem Blog berichtet habe. Da ich mich als Kommunalpolitiker und Journalist in zweifacher Weise betroffen sah, habe ich beim Deutschen Presserat im Februar Beschwerde gegen die reißerische Berichterstattung der „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ über Romann eingereicht. Das allerdings mit geringem Erfolg.

Wie der Presserat mir geantwortet hat, kann er keinen Verstoß gegen den Pressekodex erkennen. Die Referentin erklärt, dass sie mein Unbehagen über die Berichterstattung verstehen könne. „Es ist für Journalisten stets schwierig, über Menschen zu berichten, die sich – wie in diesem Fall – durch ein politisches Engagement in die Öffentlichkeit begeben und die dann durch ungewöhnliches Verhalten auffallen“, heißt es weiter.

Da sich Romann durch seine Wahl in den Kreistag des Landkreises Harburg in die Öffentlichkeit begeben habe, gehöre es zu den Pflichten der Presse, über das Verhalten eines gewählten Repräsentanten zu informieren. „Dazu gehören skurrile Auftritte oder Forderungen genauso wie die Auseinandersetzung damit, dass es ein Ausschlussverfahren seiner Partei gegen ihn gibt“, so der Presserat, „wie sonst könnten Menschen, die ihn gewählt haben, von dem Verbleib des Mannes erfahren.“

Mein Ansatz, Romann vor sich selbst zu schützen, sei „ehrenwert“ heißt es in dem Schreiben weiter. „Aus presseethischer Sicht wird unserer Auffassung nach jedoch in den uns vorliegenden Beiträgen kein Verstoß der Zeitung ersichtlich“, so schließt die Referentin, „bei der Abwägung zwischen der Pressefreiheit und dem Informationsauftrag der Zeitung auf der einen Seite und den Persönlichkeitsrechten von Herrn Romann auf der anderen Seite, kommen wir zu dem Ergebnis, dass ersteres überwiegt.“

Da kann man nichts machen. Das Problem hatte sich ohnehin weitgehend erledigt, weil die HAN von sich aus auf die reißerische Berichterstattung über den Handeloher verzichtete. Dass sie jetzt seinen möglichen Übertritt zu den Faschos groß aufgemacht hat, ist berechtigt. Das wäre wirklich ein Ding! Da kann man langsam auch nicht mehr davon sprechen, dass Romanns Verhalten nur skurril ist oder ihm mildernde Umstände zubilligen – mit den Nazis zu liebäugeln, das geht gar nicht!

Aber auch der NPD kann ich nur abraten, den Mann bei sich aufzunehmen. Bisher war niemand so richtig glücklich mit ihm, die Piraten zu allerletzt. Und ein Kommunalpolitiker, der sich für den Bau einer Moschee in Buchholz einsetzt, passt ja eigentlich auch nicht so recht ins Profil der NPD. Aber wie wir die Nazis kennen, ist ihnen jedes Mittel recht.

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